• Was ist ein Wertstoffhof?
  • Was wird dort entsorgt?
  • Was darf dort nicht angenommen oder angeliefert werden?

In fast jeder Gemeinde findest du einen Wertstoffhof. Dort kannst du so ziemlich alle Arten an Müll anliefern, teilweise kostenlos. Doch was genau darfst du hinbringen und was auf gar keinen Fall?

Wohin mit dem Müll?

Jeder Bundesbürger produziert im Jahr rund 476 Kilogramm Haushaltsabfall (Stand 2020). Darin enthalten sind der Hausmüll, Sperrmüll, organische Abfälle, Wertstoffe und sonstige Abfälle. Das sind insgesamt etwa 40 Millionen Tonnen. Dieser Müll wird in diversen Tonnen, wie Restmülltonne, Papiermülltonne, Biotonne oder den Gelben Säcken von den Entsorgungsunternehmen eingesammelt und entsprechend der Verwertung zugeführt, also recycelt oder verbrannt. Zusätzlich unterhalten die Kommunen Wertstoffhöfe. In diese kannst du deinen Müll anliefern, der nicht in die Mülltonne passt oder der nicht hineingehört. Doch was genau kannst du dort abgeben? Und was kostet es?

Zunächst die gute Nachricht: Vieles, was du zum Wertstoffhof bringst, kannst du dort umsonst abgeben. Auf diesen Höfen stehen diverse Container oder andere Abladestellen zur Verfügung, wo du deinen Müll entsorgen kannst. So zum Beispiel deine Grünabfälle, wie Rasen- oder Heckenschnitt, Baumschnitt oder Laub. Zwar gibt es in vielen Kommunen die Biotonne, doch ist die Kapazität oft schnell erschöpft und bei relativ großen Gärten oder einem Frühjahrsputz im Garten reichen diese nicht mehr aus.

Dieser Abfall wird dann gehäckselt und kompostiert, am Ende wird daraus Blumenerde oder Kompost, den die Wertstoffhöfe verkaufen, um damit einen Teil der Kosten zu decken. Auch Papier und Pappe werden kostenlos angenommen. Gerade Altpapier ist ein wertvoller Rohstoff, der von den Wertstoffhöfen gesammelt und verkauft wird. Daraus werden dann neue Kartonagen oder ähnliches. Auch hier sind in den meisten Kommunen zwar entsprechende Tonnen in den Haushalten vorhanden, doch bei Haushaltsauflösungen oder wenn du sehr viele Kartons hast, wie beispielsweise nach einem Möbelkauf, kannst du diese dann dort anliefern.

Was gehört auf den Wertstoffhof?

Was kannst du jetzt alles dort abgeben? 

  • Bauabfälle: Bauschutt einer privaten Baustelle, wie alte Fenster, Dachpappe, Asbest, Sanitärkeramik oder Zimmertüren
  • Altholz: Zerkleinerte Möbel aus Holz, wie Schränke und Betten sowie Parkett
  • Elektroaltgeräte: Elektroschrott, z. B. Smartphones, Ladekabel, Fernsehgeräte, Computer, Bügeleisen, Waschmaschinen und Kühlschränke
  • Batterien und Akkus: aus Fahrzeugen und Elektrogeräten
  • Gartenabfall: Rasenschnitt, Wildkräuter und Laub sowie Baum- und Strauch-Abfälle
  • Druckbehälter: Spraydosen, Aerosolbehälter und PU-Schaumdosen
  • Schadstoffe: Lacke, Farben, Ölabfälle, Lösemittel oder Haushaltschemikalien
  • Papierabfälle: Altpapier, Kartonagen und Verpackungen aus Pappe
  • Kunststoffe: Sperriger Verpackungsmüll aus Plastik oder Styropor

Doch Achtung: Nicht alles kannst du kostenlos entsorgen. Die Gebühren kannst du beim Wertstoffhof erfragen.

Welche Abfälle sind problematisch?

Irgendwann ist es so weit. Dein über alles geliebtes Auto ist nur noch Schrott. Wohin damit? Einfach auf den Wertstoffhof? Das kann problematisch sein, denn nur zertifizierte Entsorger dürfen es annehmen. Das Gleiche gilt für alle Kfz. Ob der Wertstoffhof bei dir zertifiziert ist, kannst du bei ihm direkt erfragen. Ansonsten bleibt dir hier nur der Weg über den Hersteller, der mit einigen Ausnahmen dazu verpflichtet ist, das Schrottauto anzunehmen, oder aber ein Schrottplatz. Während beim Hersteller die Entsorgung kostenlos ist, kostet es beim zertifizierten Entsorger 100 Euro. Allerdings, sofern das Fahrzeug noch einen Restwert hat, wird dieser verrechnet. Möglicherweise bleibt dir sogar ein kleiner Gewinn.

Auch problematisch sind größere Mengen Sperrmüll. Hier lohnt es sich ebenfalls, nachzufragen. Oft bieten die Kommunen auch kostenlose Sammlungen an. Bei Bauschutt ist meist die Menge ausschlaggebend und die Art des Schutts. Hier wird pro Kilogramm abgerechnet und es gelten strenge Richtlinien. Dämmmaterial oder mit Holz vermischter Schutt wird oft nicht angenommen, da es sich dann um Mischabfälle handelt. Diese sind in der Regel wesentlich teurer bei der Annahme. Manche Wertstoffhöfe nehmen auch nur Müll von Einwohner*innen an, die ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben. Bei Elektrogeräten greift das entsprechende Gesetz.

Alle Händler mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern müssen kleine Elektrogeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm, wie Toaster, Handys etc., grundsätzlich kostenlos zurücknehmen. Ab Juli 2022 gilt dies unter bestimmten Voraussetzungen auch für Supermärkte und Discounter. Bei größeren Geräten wie Fernsehern, Kühlschränken usw. gilt dies, wenn man dort ein neues Gerät kauft. Das gilt übrigens auch für Onlinehändler. 

Was sind Sonderabfälle?

Wie sieht es mit Sonderabfällen aus? Dazu gehören:

  • Altöle,
  • Öl-Wassergemische,
  • Säuren,
  • lösemittelhaltige Schlämme
  • oder schwermetallhaltige Filterstäube,
  • aber auch um Bodenmaterial oder Bauschutt mit schädlichen Verunreinigungen
  • Altbatterien und Akkus
  • Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren
  • Lacke und Farben
  • Pflanzenschutzmittel
  • Reste von Reinigungs- und Putzmitteln
  • sonstige Chemikalien

Diese Abfälle werden meistens bei kommunalen Abfallsammlungen zentral angenommen, auch die Wertstoffhöfe nehmen diese Abfälle an. Hier musst du dich vorher informieren, wo und wie du diese anliefern kannst. Medikamente entsorgst du im Normalfall über den Hausmüll, sie haben im Sperrmüll nichts zu suchen. Im Zweifelsfall wendest du dich aber am besten an den für dich nächstgelegenen Wertstoffhof, der dir über alles genau Auskunft, auch über eventuell anfallende Gebühren, geben kann.