• Die Beerdigung – welche Vorschriften gelten in Deutschland?
  • Welche Alternativen zum Erdgrab gibt es?
  • Wie hoch sind die Kosten?
  • Was sagt die Kirche dazu?

In Deutschland gibt es eine Bestattungspflicht. Darin wird unter anderem geregelt, wer für die Bestattung verantwortlich ist. Diese Regel ist einheitlich und gilt für alle volljährigen Personen. In der Reihenfolge sind dies: Ehepartner, Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern und Enkelkinder. Sind keine Angehörigen vorhanden oder es findet sich niemand, wird die Bestattung von der Gemeinde veranlasst. Ebenfalls ist der Zeitpunkt gesetzlich geregelt, wann eine Bestattung durchzuführen ist. Frühestens 48 Stunden nach dem Tod darf diese erfolgen, auch gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen, bis wann eine Bestattung spätestens durchzuführen ist. Abweichungen können sich durch epidemische oder andere Notlagen ergeben. 

Auch die unterschiedlichen Grabarten und Ruhefristen sind geregelt. In Deutschland gibt es die Friedhofspflicht. Das bedeutet, man kann nur auf dem Friedhof seine letzte Ruhestätte finden. Und hier sind dann auch die unterschiedlichen Grabarten genau definiert. Doch immer mehr Menschen wünschen sich eine Alternative. Welche Möglichkeiten gibt es und wie kann man sie durchführen lassen?

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Die letzte Ruhe - Möglichkeiten

Seit Jahrhunderten gehört die Erdbestattung zu unserer Kultur. Als Menschen anfingen, Verstorbene zu beerdigen, befürchtete man, das Grundwasser zu vergiften oder andere gesundheitliche Risiken durch die Beerdigung von Leichnamen zu verursachen. Aufgrund dieser Ängste legten die Gemeinden ihre Friedhöfe außerhalb der Wohnbereiche an, sodass die Bestattung Verstorbener auf diesen Friedhöfen zu einer Art stillschweigenden Übereinkunft wurde. Erst 1934 wurde offiziell die Friedhofspflicht gesetzlich im Feuerbestattungsgesetz geregelt.

Auch die Art der Gräber ist geregelt. So gibt es zunächst das Wahlgrab. Hier kann man sich die Stelle relativ frei aussuchen und nach Position, Entfernung vom Friedhofstor, Umgebung, Größe und auch Kosten wählen. Wahlgräber sind als Einzel- oder Mehrfachgrab möglich. Preiswerter ist das Reihengrab. Hier ist die Größe fest des Grabes vorbestimmt und die Gräber werden der Reihe nach vergeben. Eine letzte Alternative ist das anonyme Grab. Hier wird man auf einem Gräberfeld bestattet. Es gibt in diesem Fall weder einen Grabstein noch ist Grabschmuck möglich.

Alle Alternativen gelten sowohl für die traditionelle Sargbestattung als auch für eine Urnenbestattung. Für Urnen bieten immer mehr Kommunen auch sogenannte Urnenstelen oder Kolumbarien an. Dort wird die Urne in einer Mauer mit einer Platte davor eingesetzt. Hier ist der Grabschmuck nur begrenzt möglich, die Ausgestaltung liegt im Ermessen der Kommune. Doch auch für eine Feuerbestattung gilt im Allgemeinen die Friedhofspflicht. Es ist nicht gestattet, die Urne mit nach Hause zu nehmen und im eigenen Garten zu beerdigen oder die Asche zu verstreuen. Hier bietet nur die Bestattung auf einem Waldfriedhof eine wirkliche Alternative. Dort wird die Urne im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt. Eine Plakette mit Geburts- und Todesdatum und dem Namen wird angebracht. 

Welche Alternativen gibt es noch?

Abgesehen von den traditionellen Bestattungsarten gibt es seit einigen Jahren immer mehr Alternativen. Sei es, weil man auch im Tod eine gewisse Individualität bewahren möchte oder aber, weil man niemanden hat, der ein Grab pflegt beziehungsweise man niemandem diese Last aufbürden möchte. Diese Arten der Bestattung sind allerdings von Bundesland zu Bundesland verschieden, nicht jede Art der Bestattung ist überall erlaubt.

  • Die Seebestattung: Bei der Seebestattung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Spezialurne, die sich im Wasser vollständig auflöst, von einem Schiff aus ins Meer gelassen. Die Angehörigen, die diese Zeremonie auf See begleiten können, erhalten eine Seekarte mit der genauen Angabe des Beisetzungsortes. Es gibt mehrere Beisetzungsgebiete in der Ost- und Nordsee, aber auch im Pazifik, Atlantik oder Mittelmeer.
  • Die Diamantbestattung: Wer immer einen Teil des Verstorbenen in seiner Nähe wissen möchte, für den gibt es die Diamantbestattung. Die noch sehr junge und kostenintensive Bestattungsart macht es möglich, in einem speziellen Herstellungsverfahren kleine Mengen der Asche des Verstorbenen zu einem Diamanten zu machen, der in einem Schmuckstück eingefasst werden kann. Der Rest muss konventionell beerdigt werden.
  • Die Wiesenbestattung: Die Beisetzung auf der grünen Wiese wird ohne Angehörige durchgeführt. Wenn jedoch der Wunsch nach einem gemeinsamen Abschied besteht, bieten viele Krematorien die Möglichkeit in einer Trauerhalle Abschied zu nehmen oder bei der Einäscherung anwesend zu sein.
  • Die Almwiesenbestattung: Die Almwiesenbestattung erfolgt ebenfalls anonym. Es gibt keine begleitete Beisetzung, was bedeutet, dass die Familie bei der Beisetzung nicht dabei sein kann. Die Almwiesenbestattung kann, anders als die auf der Grünen Wiese, nicht in Deutschland stattfinden, sondern nur in der Schweiz. Die Urne wird in die Schweiz gebracht oder verschickt und auf einer Almwiese umrundet von den Alpen beigesetzt. Es gibt auch bei dieser Bestattungsart keine Form der Kennzeichnung. Das bedeutet, dass weder eine Namenstafel noch ein Grabstein genutzt wird. Vielmehr gilt dann die Almwiese als Gedenkstätte. 
  • Tree of Life: Hier wird die Asche des Verstorbenen mit Erde zu einem Substrat vermengt und dann ein Baum, den man unter verschiedenen Arten aussuchen kann, eingepflanzt. Nach einer gewissen Zeit kann dann dieser Baum im eigenen Garten oder einem Wald gesetzt werden. 
  • Weltraumbestattung: Ähnlich wie bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche in einer Kapsel in den Weltraum transportiert. Wählen kann man unter Suborbitalem Flug, bei dem die Kapsel circa 100 KM hoch befördert wird und dann an einem Fallschirm herabfällt, einer orbitalen Weltraumbestattung, bei der die Kapsel in eine niedrige Umlaufbahn befördert wird und später in der Atmosphäre verglüht und der Mondbestattung, bei der die Kapsel auf dem Mond aufschlägt. Bei allen drei Arten muss auch hier der Rest normal bestattet werden. Diese Art der Bestattung ist allerdings bisher nur in den USA möglich.

Für all diese Bestattungsarten ist eine vorige Einäscherung erforderlich. Teilweise werden dazu auch Krematorien im Ausland gewählt, um die Friedhofspflicht zu umgehen. Über die genauen Abläufe kann der Bestatter genaue Auskunft geben.

Wie ist es mit den Kosten? Und was sagt die Kirche?

Die Kosten für eine traditionelle Erdbestattung betragen im Schnitt mehrere tausend Euro. Hier kommt es auch immer auf die Leistungen an, die man möchte, also welcher Sarg, welche Ausgestaltung der Trauerfeier, Blumenarrangements etc. Dazu kommen noch die Friedhofsgebühren, die Auslagen für das Ausheben und Schließen des Grabes und die Kosten für das Grab selber. Im Bundesdurchschnitt liegen die Kosten bei ca. 13000 Euro. Im günstigsten Fall, der anonymen Einäscherung, betragen sie etwa 2000 Euro. Doch wie teuer sind die angesprochenen Alternativen?

Die Diamantbestattung und die Weltraumbestattung sind hier natürlich die teuersten Varianten. So liegen die Kosten für eine Bestattung im All zwischen 10000 und 30000 Euro, für die Diamantbestattung beginnen die Preise ab 4000 Euro. Bei beiden Varianten kommen hier noch die Kosten für die gewählte Art der Beisetzung hinzu. Bei der Tree of Life Bestattung liegen sie ab 1400 Euro, zusätzlich Kosten können allerdings auch hier entstehen, je nach Wunsch der Ausführung. Eine Seebestattung beginnt bei etwa 3000 Euro, ebenso die Wiesenbestattung

Doch was sagt die Kirche zu diesen Alternativen? In der katholischen Kirche gilt immer noch der Grundsatz der Auferstehung des Fleisches. Dies bedeutet, dass die Körper der Verstorbenen im Ganzen in die Erde gebracht werden sollen. Bis 1963 lehnte die Kirche die Feuerbestattung ab. Im August 2016 hat die römische Glaubenskongregation ihre Haltung zur Feuerbestattung und zur Aufbewahrung der Asche nochmals präzisiert. Darin wird erklärt, dass die Kirche weiterhin die Beerdigung des Leichnams bevorzugt, eine Einäscherung jedoch nicht grundsätzlich verbietet, denn sie "betrifft nicht die Seele und hindert die Allmacht Gottes nicht daran, den Leib aufzuerwecken". Als Bestattungsform ist die Beisetzung auf einem Friedhof vorgesehen. Bestattungen in einem Friedwald lässt die katholische Kirche nur zu, wenn diese nicht anonym erfolgen. Um "jegliche Zweideutigkeit pantheistischer, naturalistischer oder nihilistischer Färbung zu vermeiden", verbietet die Instruktion außerdem, "die Asche in der Luft, auf dem Land oder im Wasser oder auf andere Weise auszustreuen oder sie in Erinnerungsgegenständen, Schmuckstücken oder anderen Objekten aufzubewahren". 

Wie halten es andere Kulturen und Religionen?

Die Bestattungsvorschriften anderer Religionen laufen oft der deutschen Bestattungspflicht zuwider. Im Judentum beispielsweise muss eine Bestattung innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Ausnahmen gibt es nur im Falle einer nötigen Obduktion. Im Normalfall wird der Leichnam in einem weißen Tuch beerdigt, bei einer Sargpflicht, wie in Deutschland, kann allerdings ein schlichter Holzsarg verwendet werden. Grundsätzlich müssen alle Körperteile mit bestattet werden. Eine Feuerbestattung ist nicht gestattet. Im muslimischen Glauben muss die Bestattung ebenfalls innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod erfolgen. Auch hier wird auf einen Sarg verzichtet, der Körper wird nur im Leichentuch beerdigt. Im Normalfall werden die Leichname in ihrer ursprünglichen Heimat beerdigt, was allerdings teilweise nicht mehr möglich ist. Einige Friedhöfe in Deutschland erlauben daher bereits diese Art der Bestattung auf gesonderten Bereichen. Hierbei wird der Leichnam mit dem Gesicht gen Mekka beerdigt. Die in Deutschland vorgeschriebene Mindestzeit von 48 Stunden darf allerdings nicht unterschritten werden. 

Eine Beerdigung ist also, egal, in welcher Glaubensgemeinschaft oder auch ohne Glauben, eine komplizierte und auch teure Angelegenheit. Wer also in Bezug auf seine letzte Ruhe - und auch das Erbe -  bestimmte Vorstellungen hat, tut gut daran, frühzeitig Vorsorge zu treffen.