In Deutschland dürfen das zweite Jahr in Folge keine Feuerwerkskörper zu Silvester verkauft werden. Laut Bundespolizei floriert dafür das Geschäft mit Böllern aus Tschechien, die nun kiloweise über die Grenze geschmuggelt werden.
In ganz Deutschland dürfen aufgrund der Corona-Lage für Silvester 2021 keine Feuerwerkskörper verkauft werden. Deswegen floriert offenbar das Geschäft mit illegalen Böllern, die aus Tschechien über die Grenze geschmuggelt werden. "Wir stellen dieses Jahr im Vergleich zu 2020 eine deutliche Zunahme fest", sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Selb in Oberfranken der dpa. Im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie beobachtet die Bundespolizei in Selb, Waidhaus und Waldmünchen nahe der deutsch-tschechischen Grenze aber keine Steigerung.
Beinahe täglich würden derzeit Böller sichergestellt, sagte der Sprecher der Bundespolizei Selb. Allein am Dienstag (28. Dezember 2021) wurden im Bereich Marktredwitz in drei Fällen junge Leute mit mehreren Kilogramm Feuerwerkskörpern erwischt.
Böllerverbot an Silvester 2021: Kiloweise Feuerwerk wird aus Tschechien geschmuggelt
Die größte Menge entdeckten die Ermittler dabei bei zwei Minderjährigen, wie die Grenzpolizei Selb berichtet. In einem Einreisezug aus Eger wurden die 17-Jährigen kontrolliert. Zusammen hatten sie Feuerwerk von etwas mehr als sechs Kilogramm im Gepäck. Die Böller wurden beschlagnahmt und in Rücksprache mit den Eltern der beiden eine Anzeige aufgenommen. Erst mit dem nächsten Zug konnten die jungen Männer nach Hause fahren.
Sie hatten die illegalen Böller nach eigenen Angaben auf einem Markt in Eger gekauft. Auch drei Männer zwischen 18 und 20 Jahren, die kurz zuvor auf der B303 kontrolliert wurden, hatten dort Feuerwerk gekauft, das sie über die Grenze nach Thüringen bringen wollten. Am selben Tag fanden Schleierfahnder bei Furth im Wald außerdem bei drei Kontrollen 30 Kilogramm verbotene Böller, wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte.
Oft seien es Gelegenheitskäufer, etwa Pendler aus Tschechien, die etwas mitbrächten oder Privatleute, die für sich selbst oder für einige Freunde einkauften, sagte der Bundespolizeisprecher. Teils wollen die Täter die Ware aber auch weiterverkaufen.
Böller aus Tschechien oft gefälscht - und teils gefährlich
Meist werden die Böller auf grenznahen Märkten gekauft. Diese Feuerwerkskörper sind laut Bundespolizei aber erfahrungsgemäß oft gefälscht und teils gefährlich. Wer mit illegalen Böllern erwischt wird, muss mit Anzeigen nach dem Sprengstoffgesetz rechnen. Außerdem müssen Verursacher die aufwendige Vernichtung der Böller bezahlen.
In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester zum zweiten Mal in Folge verboten. In Tschechien dagegen darf das ganze Jahr über Feuerwerk verkauft werden. Dass im vergangenen Jahr weniger sichergestellt worden war, könne daran liegen, dass es damals teils Grenzkontrollen und weniger Reiseverkehr gegeben habe, sagte der Bundespolizeisprecher. Pyrotechnik-Händler haben das Verbot hart kritisiert, so auch eine Firma aus dem Nürnberger Land.