Leukämiepatientin Eliana (4) muss regelmäßig in die Nürnberger Kinderklinik. Das spüren ihre Eltern im Geldbeutel. Sie klagen über "katastrophale" Bedingungen.
Bei Familie Bergmann aus Nürnberg dreht sich gerade alles um die schwere Krankheit von Eliana. Aktuell kämpft sie gegen Leukämie und hat bereits über 20 Chemotherapien überstanden. "Seit letztem Montag bekommt sie eine Immuntherapie. Dafür hat sie eine kleine Pumpe samt Rucksack bekommen. Das Medikament läuft 24/7. Dazu müssen wir alle vier Tage in die Klinik, um es erneuern zu lassen", informierte ihre Mutter Jaqueline Bergmann inFranken.de am 9. Juni.
Während Eliana gesundheitliche Fortschritte mache, bereite die Parkplatzsituation an der Cnopfschen Kinderklinik der Familie Sorgen. Diese sei "katastrophal", macht sie an einem Beispiel deutlich.
Parkgebühren an Nürnberger Klinik Hallerwiese - "finanziell kaum stemmbar"
"Durch die Baustelle fallen viele öffentliche Parkplätze weg", teilt die Mutter mit. Tatsächlich betont die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik auf ihrer Webseite zur Anfahrt zunächst die öffentlichen Verkehrsmittel. Diese könne Familie Bergmann allerdings aufgrund des geschwächten Immunsystems von Eliana nicht in Anspruch nehmen, wie Bergmann betont. "Wenn Sie jedoch mit dem Auto die Klinik anfahren müssen, bitten wir Sie, ausreichend Zeit einzuplanen! Wir wissen, die Parkplatzsituation ist sehr angespannt. Bitte haben Sie trotzdem Verständnis dafür, dass Sie keine Bewohnerparkplätze nutzen können", heißt es seitens des Klinikums.
Für die Bergmanns komme nur das Parkhaus Hallerwiese als Alternative infrage. "Allerdings sind die Preise dort utopisch. Für Eltern mit krebskranken Kindern, finanziell kaum stemmbar", moniert die Mutter, die ihre Ausbildung als Busfahrerin gerade unterbrechen muss. "Wenn man notfallmäßig (wegen Fieber zum Beispiel) in die Klinik und stationär bleiben muss, ist man schnell mal 100 Euro los. Wir haben zum Beispiel letztes Mal für 14 Stunden Parken 50 Euro bezahlen müssen."
Auch ein Krebspatient, der das Parkhaus des Klinikums Bamberg benutzte, wandte sich schon verärgert an inFranken.de. Anfang 2025 erklärte das Klinikum, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken keine finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite erhalte, sondern seine Kosten vollständig selbst erwirtschaften müsse. Unter anderem fließen demnach Kosten für laufende Unterhalts-, Bewirtschaftungs- und Instandhaltungsmaßnahmen in die Preisgestaltung der Parkgebühren mit ein.
Diakoneo kämpft mit Defiziten - Klinikum Nürnberg übernimmt
inFranken.de hat nach mehrmaliger Anfrage beim Träger der Klinik Hallerwiese und der Cnopfschen Kinderklinik, Diakoneo, keine Reaktion erhalten. Jaqueline Bergmann hat eine Beschwerde an die Stadt Nürnberg gerichtet und hofft auf Besserung. Diese sieht sich hier jedoch nicht zuständig, da sie inFranken.de an die Klinik Hallerwiese verwies. Diese steht finanziell unter Druck. 2024 stellte Diakoneo Antrag auf Defizitausgleich an die Stadt Nürnberg.
Für 2023 erwartete das Gesundheits- und Sozialunternehmen im Februar 2024 für das gesamte Geschäftsfeld Gesundheit einen negativen zweistelligen Millionenbetrag. "Während kommunale Kliniken aus den kommunalen Haushalten mit Millionensummen aus Steuereinnahmen unterstützt werden, können freigemeinnützige Träger wie Diakoneo auf diese Hilfe nicht bauen", hieß es in einer Pressemitteilung.