• Körpereigenes Protein ZAP: Würzburger Forschende mit sensationeller Entdeckung
  • Protein senkt die Viruslast um das 20-fache
  • Studienphase soll bald starten
  • Ist das der nächste Schritt zur Entwicklung eines Corona-Medikaments?

Am Freitag (10. Dezember 2021) ist in dem Fachjournal Nature Communications eine neue Studie des Würzburger Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig mit zuversichtlichen Neuigkeiten veröffentlicht worden. Das Protein ZAP könne den Vermehrungsmechanismus des CoronavirusSARS-CoV-2 hemmen und die Viruslast um das 20-Fache reduzieren. Dies könnte ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung von antiviralen Mitteln sein. 

Würzburger Studie: Protein ZAP hemmt Virusvermehrung - Was bedeutet das genau?

Die Wissenschaftler*innen beschreiben die Wirkweise von Viren als "Vermehrungstrick": Wenn sie in die Zellen eindrängen, mischten sie sich in den dortigen Prozess ein, den die Zellen nutzten, um genetische Informationen von einer Boten-RNA abzulesen und Proteine herzustellen. In dem die Viren die streng geregelte Leserichtung veränderten, könnten sie ihre eigenen Proteine produzieren und sich vermehren. 

Ziel der Studie sei es gewesen, diesen Vermehrungstrick des Coronaviruszu unterbinden. Das als immunmodulatorisches und antivirales Protein bereits bekannte Protein ZAP scheint der Schlüssel zu sein: "ZAP ist ein multifunktionales Molekül in der Immunabwehr, das eine überschießende Immunantwort beruhigen und die virale Aktivität herunterfahren kann", erklärt Neva Caliskan, Forschungsgruppenleiterin am HIRI und Leiterin der Studie. Einen besonders erfreulichen Aspekt ergänzt der HIRI-Doktorand aus der Forschungsgruppe von Caliskan Matthias Zimmer: Das Protein binde an die virale RNA an, die die Leserasterverschiebung auslöst. 

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Wichtig für eine zukünftige Herstellung von antiviralen Mitteln ist dabei die Tatsache, dass "Wirtszellen mit einem erhöhten ZAP-Spiegel eine etwa 20-fach reduzierte Virusmenge aufweisen. Das gehäufte Auftreten – oder Fehlen – des Proteins könnte somit auch ein Indikator dafür sein, ob eine Corona-Infektion einen leichten oder schweren Verlauf nimmt", heißt es in der Pressemitteilung des Helmholtz-Instituts Würzburg. Es bedürfe nun noch weiterer Forschung, um die molekularen Mechanismen in aller Gänze zu verstehen, doch die bisherigen Ergebnisse seien bereits jetzt schon äußerst vielversprechend. 

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