Die eine hat sich den Kameras gestellt, in Mikrofone gesprochen, sich angreifbar gemacht, ihren Selbstschutz aufgegeben. Sie sprach nach dem Axt-Attentat in Würzburg gefühlt mit 50 Journalisten, brach danach erschöpft zusammen. Die andere hat sich zurückgehalten, zumindest nach außen hin. Sie hat ihre Arbeit gemacht und wollte für die geflüchteten Jungs da sein, sie schützen.

Die eine, Simone Barrientos, ist Verlegerin und kümmert sich in Ochsenfurt ehrenamtlich um Flüchtlinge, vor allem um die Minderjährigen. Die andere, Renate Braunbeck, leitet das Kolpinghaus in Ochsenfurt. Hier leben bis zu 18 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ausschließlich Jungs. Unter ihnen auch der 17-jährige Riaz Khan Ahmadzai. Elf Monate lang.

Dann nahm ihn eine Pflegefamilie in Gaukönigshofen auf, einem kleinen Ort in der Nähe von Ochsenfurt. 14 Tage später, am 18.