Alleinstehender Mann (77) verliert bei Brand alles - jetzt steht die Gemeinde zusammen

1 Min

Kurz vor seinem 78. Geburtstag muss ein Mann einen realen Albtraum durchleben. Durch einen Brand seines Hauses verlor er sein gesamtes Hab und Gut. In Windeseile stellte die Gemeinde deshalb eine Aktion auf die Beine, die Bürgermeister und Feuerwehr im Anschluss stark rührte.

Im Ortskern von Frickenhausen am Main (Landkreis Würzburg) hat sich am Sonntag (5. Mai 2024) eine Tragödie abgespielt. Das Haus eines alleinstehenden Mannes, der laut Bürgermeister Günther Hofmann (SPD) am Mittwoch (8. Mai 2024) 78 Jahre alt wird, geriet in Flammen. Drohnenaufnahmen zeigen die massiven Schäden. Der Mann war zu dem Zeitpunkt zu Hause und verletzte sich durch das Feuer leicht.

Die Feuerwehren aus Frickenhausen und dem Umland konnten ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude verhindern und die Kriminalpolizei Würzburg ermittelt jetzt zur Brandursache. Die Gemeinde stellte dem Mann eine teilmöblierte Wohnung zur Verfügung. Neben einem Dach über dem Kopf fehlte es ihm an Kleidung, Hygieneartikeln, Lebensmitteln, Bettwäsche und Weiterem. So organisierten Gemeinde und Feuerwehr am Montagabend (6. Mai 2024) eine Spendenaktion. Über den Zusammenhalt sagt Hofmann nachträglich: "Ich kann als Bürgermeister nur stolz sein."

Frickenhausen hilft Opfer nach verheerendem Brand: "Wieder ein Stück Hoffnung und Zuversicht" 

Gemeinsam mit einer Gemeinderätin und einem Gemeinderat habe Hofmann sich Montagfrüh zusammengesetzt und die Aktion geplant. Es entstand ein Aufruf an die Öffentlichkeit. "Der Markt Frickenhausen sucht auf diesem Wege nach Unterstützung für unseren Mitbürger", heißt es hier. "Gebraucht werden vor allem Geld- und Sachspenden. Durch dieses Unglück hat das Brandopfer leider alles verloren."

Zwischen 18 und 20 Uhr konnten Menschen ihre Spenden dann am Feuerwehrhaus abgeben. Die Organisation habe laut dem 1. Kommandanten Mattias Ganz "außerordentlich gut" funktioniert. Mit im Einsatz waren die Jugendfeuerwehr, Gemeinderäte und weitere Privatpersonen. Stapelweise Kleidung, Möbel, Nahrungsmittel und Küchengeräte kamen neben Geldspenden unter anderem zusammen. Auch von außerhalb seien Menschen zum Spenden angereist.

"Wir werden heute auch noch eine Waschmaschine abholen", so Ganz. "Was die Grundbedürfnisse betrifft, ist er jetzt gut ausgestattet." Die Feuerwehr hat sich zudem in einem Statement an alle Helfer gewandt: "Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und Solidarität, die wir erfahren durften. Eure Spenden haben dazu beigetragen, dass der Betroffene wieder ein Stück Hoffnung und Zuversicht gewinnen kann."

Brandopfer erlebt Rückhalt: "Immer unter Betreuung"

"Wir sind dankbar für jede Spende, jedes geteilte Wort und jede Form der Unterstützung", ist zudem zu lesen. Der Mann habe sich während der Aktion laut Hofmann in seiner Notunterkunft aufgehalten und sei "immer unter Betreuung" gewesen. Der Bürgermeister sei auch jetzt noch häufig mit ihm in Kontakt.

"Es war eine einmalige Angelegenheit, eine super Sache", freut er sich über den Zusammenhalt in seiner Gemeinde. Wer weiterhin spenden will, kann sich mit der Gemeindeverwaltung oder der Feuerwehr absprechen. 

Auf Hilfe von anderen muss auch der zehnjährige Florian aus Unterfranken hoffen. Er leidet an einer extrem seltenen Krankheit. Weitere Nachrichten aus Würzburg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.

Vorschaubild: © Feuerwehr Frickenhausen