Am Dienstag starb Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel kurz vor seiner Rente. Seine Nachfolgerin wird nun früher als sie dachte vereidigt.
Eine ungewöhnliche Zeit des Abschieds und Aufbruchs erlebt die Stadt Weißenburg momentan. Am Dienstag (21. April 2026) starb Jürgen Schröppel (SPD) nach kurzer schwerer Krankheit mit 64 Jahren. Seit 2008 war er Oberbürgermeister. In wenigen Wochen hätte seine Amtszeit geendet und am 7. Mai wäre die designierte neue Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt (SPD) gestartet.
Nun hat sie doch schon schneller als erwartet die Verantwortung: Am Donnerstag (23. April 2026) wird die Wirtschaftspsychologin bei der Stadtratssitzung vereidigt. Nach der Kommunalwahl dankte sie auf ihrem Instagramkanal den Wählern für ihre Stimmen.
"Erste Oberbürgermeisterin" Weißenburgs beginnt schon jetzt: "Gemeinsam gestalten"
"Ich bin überwältigt und tief dankbar für euer Vertrauen. Mit 54,5 % habt ihr mich am 8. März 2026 zu eurer neuen und ersten Oberbürgermeisterin gewählt. Dieser Sieg ist kein Zielpunkt, sondern der Startschuss. Ich freue mich riesig darauf, die Zukunft unserer wunderschönen Stadt ab sofort gemeinsam mit euch zu gestalten", schrieb sie am 9. März. Nach über zehn Jahren bei HypoVereinsbank und UniCredit arbeitete die 45-Jährige seit acht Jahren beim kommunalen Versorger N-Ergie, wie sie sich weiter vorstellt.
Im Ehrenamt ist die Mutter zweier Söhne Schöffenrichterin am Amtsgericht Weißenburg und stellvertretende Vorsitzende im SPD-Ortsverein. Einen Tag vor ihrer Vereidigung gedachte die Stadt unter anderem auf Instagram Jürgen Schröppel in einem Nachruf.
"Mit tiefer Trauer und großer Bestürzung nehmen wir Abschied von unserem Oberbürgermeister Jürgen Schröppel", heißt es. "Er hat unsere Stadt mit großem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und tiefer Verbundenheit geprägt", lobt ihn die Stadt. Auch die Stadt Haßfurt trauert um einen ehemaligen Bürgermeister.
Gedenken an Jürgen Schröppel: Vom Richter im Allgäu zum Weißenburger OB
Wie aus einem 2020 veröffentlichten Lebenslauf Schröppels durch die SPD hervorgeht, wurde er 1962 in Nördlingen geboren. Er war verheiratet und hinterlässt zwei erwachsene Kinder. 1990 bis 1994 arbeitete er als Staatsanwalt beziehungsweise Richter in Kempten. Daraufhin wechselte er nach Weißenburg, war ab 2002 Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und Mitglied des Kreistages, bevor er Oberbürgermeister wurde.
"In dieser schweren Zeit gelten unsere Gedanken seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden", führt die Stadt Weißenburg fort. "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren." Weitere Nachrichten aus Weißenburg-Gunzenhausen findest du in unserem Lokalressort.