Deutscher Schoko-Riese plant massiven Stellenabbau - "strukturell unter Druck"

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Die Krise in der Schoko-Branche erreicht jetzt den schwäbischen Kult-Hersteller Ritter Sport. Das Unternehmen hat einen deutlichen Stellenabbau angekündigt.

Hiobsbotschaft für zahlreiche Beschäftigte: Ritter Sport hat einen massiven Stellenabbau angekündigt. Damit reagiert der Schokoladenproduzent aus Waldenbuch in Baden-Württemberg auf die angespannte Marktlage. Über die Pläne berichtete die Lebensmittelzeitung (LZ) am Donnerstag (23. April 2026).

Laut dem LZ-Bericht sollen insbesondere am Stammzitz in Waldenbuch rund 70 Stellen wegfallen - insbesondere soll es Bürojobs treffen. Damit soll die Verwaltung um gut 10 Prozent verschlankt werden. "Wir haben einen Sozialplan vereinbart und nutzen eine Transfergesellschaft, über die wir die finanzielle Absicherung der Mitarbeitenden gewährleisten", so ein Sprecher von Ritter Sport gegenüber dem Branchenmedium.

Ritter Sport will rund 70 Stellen streichen - wegen angespannter Marktlage

Wie die LZ berichtet, beschäftigt das 1912 gegründete Familienunternehmen um die 1900 Menschen - allein 1000 davon in der schwäbischen Firmenzentrale. 700 Mitarbeiter stemmen die Verwaltung. Weitere Standorte sind unter anderem das österreichische Breitenbrunn und eine eigene Kakao-Plantage  in Nicaragua. Aufsehen erregt Ritter Sport derzeit unter anderem mit einem Prozess gegen eine kleine Firma aus Mannheim

Ritter Sport reagiert mit dem Schritt auf das derzeit angespannte Marktumfeld - unter dem auch Mitbewerber wie zum Beispiel Lindt leiden. Unter anderem sind die Kakao-Preise in den vergangenen Monaten gestiegen, andererseits sind die Verbraucher aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage zurückhaltender. "Eine Kombination aus stark schwankenden Rohstoffpreisen, dauerhaft gestiegenen Kosten – insbesondere für Energie und Verpackung – sowie eine spürbare Kaufzurückhaltung setzen unser Geschäftsmodell strukturell unter Druck", so der Unternehmenssprecher gegenüber der LZ. Der Schritt sei einmalig in der Firmengeschichte und sei nötig, um die Unabhängigkeit als Familienunternehmen zu sichern.

Dem LZ-Bericht zufolge hatte Ritter Sport im vergangenen Jahr noch Gewinn gemacht, 2024 stand in den Büchern der R² Holding GmbH & Co. KG noch ein Umsatz von 616 Millionen Euro bei einem Konzernjahresüberschuss von 12,6 Millionen Euro. Gleichzeitig sollen die Personalkosten jedoch durch neue Tarifabschlüsse und Neueinstellungen massiv gestiegen sein. 

Vorschaubild: © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa