HSC Bad Neustadt - SV Anhalt Bernburg 23:21 (8:11).
Akzeptabel war nur ein Sieg. Der wurde es auch für den HSC Bad Neustadt - nach außergewöhnlichem Verlauf und besonderer Dramaturgie. Dass die Gastgeber siegten, war einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit zu verdanken. Spielerische Lichtblicke gab es wenig. "Das Spiel war von Kampf geprägt, aber das war angesichts der personellen Situation und der Bedeutung der Partie für beide Teams nicht anders zu erwarten", sagte Margots Valkovskis in der Pressekonferenz.

Sein Kollege Christian Pöhler sah sich vom Auftritt seines kleinen Spielerhäufleins zunächst positiv überrascht, denn dieses präsentierte sich zielstrebig und treffsicher, besonders ihr bester Torschütze, Kilian Kraft (7 Treffer), kompensierte das Fehlen von Torjäger Steffen Cieszynski. Da sich auch Keeper Artur Gawlik in Hochform präsentierte, lagen die Anhaltiner nach sechs Minuten mit 4:0 in Front. Valkovskis reagierte mit einer Auszeit, sah den ersten HSC-Treffer durch Lukas Böhm, aber auch die Rote Karte für Jan Wicklein. Der HSC-Torjäger hatte bei seinem Siebenmeter SV-Keeper Gawlik am Kopf getroffen.

Viele vergebene Strafwürfe

Überhaupt waren die Strafwürfe an diesem Abend ein Problem der Unterfranken, von sechs Siebenmetern wurden gerade einmal zwei verwandelt. Neben Wicklein scheiterten Emil Feuchtmann und zweimal Goran Djuricin. Nach einer Viertelstunde, vielen Fehlwürfen sowie technischen Fehlern auf beiden Seiten trafen sich die Valkovskis-Schützlinge beim Stand von 2:7 schon zur zweiten Auszeit. "Bis dahin musste man das Gefühl haben, dass bei uns die Hände eingeschlafen sind", kritisierte Valkovskis später. Dieser griff relativ früh aktiv ins Geschehen ein, zwei Zeitstrafen für Michal Panfil, die erste schon nach dreißig Sekunden, erzwangen eine Umstellung der Abwehr.

Während einer Zeitstrafe für SVler Tim Ackermann verkürzten die Rot-Weißen auf 5:7, beim 8:9 (21.) durch den verwandelten Strafwurf von Emil Feuchtmann schien die Partie zu kippen, aber bis zum Pausenpfiff traf nur noch der Gegner zweimal. Auffällig war bis dahin, dass die oberbayerischen Schiedsrichter gerade bei HSC-Angriffen schnell drohendes Zeitspiel anzeigten und die Unterfranken so zu frühen Abschlüssen zwangen. Außerdem hagelte es vor dem Pausentee Zeitstrafen für die Gastgeber. Insgesamt sechs, "die wir aber selbst bei 6:4-Überzahlsituationen nur schlecht ausgenutzt haben", kritisierte Pöhler seine Mannen. Diese übertrafen sich nach Wiederanpfiff in technischen Fehlern und bekamen Probleme mit einer Umstellung in der HSC-Deckung, in der Gary Hines jetzt vorgezogen spielte.

Hines & Co gingen mit 13:12 in Führung (34.) und sahen nach dem 19:15 (47.) wie der sichere Sieger aus. Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt auch noch Kilian Kraft verloren, der nach einem Zusammenprall mit Franziskus Gerr auf die Bank wankte. Trotz dieser Schwächung holten die SVler bis zum 20:19 auf, schafften aber durch teilweise grandiose Schnitzer den Ausgleich nicht. Dabei unterlief dem indisponierten Grohmann der Fehlpass der Saison, als er die Kugel aus zentraler Position auf die linke Seite warf. Dort befand sich allerdings kein Mitspieler, sondern ein auf dem untersten Tribünenrang sitzender Bernburger Fan im Mannschaftstrikot.

Bilanz des Grauens

Die HSCler schaukelten den Vorsprung nach Hause, überflügelten den Gegner in der Tabelle und dürften jetzt endgültig aller Abstiegssorgen ledig sein. Für Statistiker lautet die teilweise verheerende Bilanz: HSC-Keeper Felix Schmidl parierte 16 Würfe, sah zwölf Fehlwürfe und elf technische Fehler seiner Vorderleute. Auf Bernburger Seite wehrten die Torhüter zwölf Würfe ab, erlebten neun verzogene Würfe ihrer Mitspieler und ebenfalls elf technische Fehler. Beide Mannschaften stehen in der Tabelle wohl zurecht da, wo sie stehen.
Tore für den HSC: Gary Hines (5), Goran Djuricin (5/1), Lukas Böhm (4), Margots Valkovskis (3), Maximilian Schmitt (2), Vilim Leskovec (2), Emil Feuchtmann-Perez (1/1), Michal Panfil (1).