Eine offene Rechnung will der HSC Bad Neustadt (10./16:20) begleichen im Duell mit dem SV Anhalt Bernburg (9./17:19). Einem Gegner, der mit wenigen Ausnahmen in dieser Saison keine Bäume ausgerissen hat. Im Hinspiel allerdings die Kurstädter regelrecht zerlegte beim 34:22-Erfolg. Bei beiden Teams, die seit ihrer Gründung ununterbrochen der 3. Liga angehören, läuft es eher schlecht als recht. So können sich weder Margots Valkovskis noch sein Kollege Christian Pöhler daran erinnern, jemals mit komplettem Kader und ohne angeschlagene Spieler aufgelaufen zu sein. Vor allem die Gäste sehen sich aktuell mit Personalsorgen konfrontiert.

Die Anhaltiner müssen neben Paul Tiede erneut auf Torjäger Steffen Cieszynski verzichten (Ermüdungsbruch im Schienbein). Zehn seiner 113 Tore hatte der Halbrechte im Hinspiel erzielt. Ein weiteres Problem der Gelb-Schwarzen ist zudem die Formkrise von Frank Grohmann. "Im Training hämmert er die Kugel ununterbrochen ins Tor, mit dem Anpfiff ist sein Selbstvertrauen wie weggeblasen", sagt sein Trainer. "Ganz wichtig wird sein, dass unser Torhüter Arthur Gawlik die Leistung aus dem ersten Aufeinandertreffen wiederholt", hofft Christian Pöhler, der SV-Oldie parierte da 23 Würfe.

Im Gegensatz zum Hinspiel steht bei den Saalestädtern Gary Hines wieder im Kader, allerdings ist der US-Nationalspieler von einem Magen-Darm-Virus geschwächt. Die Grippe bei Maxi Schmitt ist weitgehend abgeklungen, auch der Fitnesszustand von Goran Djuricin hat sich laut Valkovskis verbessert. Bei Franziskus Gerr ist die vor acht Tagen erlittene Platzwunde leider ein Thema, weil der Arzt noch kein grünes Licht gegeben hat. "Franziskus hat bisher nicht nur seine gewohnte Funktion am eigenen Kreis prima ausgefüllt, auch als Torschütze hat er eine wichtige Rolle in unserer Offensive übernommen", lobt Margots Valkovskis den Bad Brückenauer.

Der Rückblick auf die knappe Niederlage in Kirchzell fiel ärgerlich aus, "denn da waren wir absolut auf Augenhöhe. Erst unsere vielen Zeitstrafen in der Schlussphase, die zum Teil unberechtigt und überzogen waren, haben einen Punktgewinn verhindert". Der HSC-Trainer erwartet einen schweren Kampf, denn die Bernburger Defensive weiß zuzulangen. Das musste zuletzt auch das Schlusslicht aus Köthen erfahren, bei deren 17:19-Heimniederlage prallte man geradezu an der SV-Deckung ab. Ohne Cieszynski lahmte dafür aber die Offensive. Da die Gäste gewohnheitsmäßig mit großem Fan-Anhang anreisen, müssen sich auch die HSC-Anhänger ins Zeug legen.