HSC Bad Neustadt-Rhön - HSG Hanau 24:26 (10:13).
Nach dieser Niederlage geht das große Bibbern beim HSC um den Klassenerhalt endgültig los. Die Schützlinge von Igor Mjanowski müssen jetzt das letzte Saisonspiel gewinnen. "Das wissen wir. Und wir werden alles geben, um uns die notwendigen zwei Punkte zu holen", meinte ein ernüchterter Coach in der Pressekonferenz. Doch dies wird zum einen aufgrund der bisherigen Auswärtsschwäche der Rot-Weißen nicht leicht. Vor allem aber deswegen, weil sich der Gastgeber aus Groß-Bieberau im Kampf um die Qualifikation für die DHB-Pokalrunde genauso engagiert präsentieren wird, wie es die Hanauer am Samstagabend taten. Diese ließen die heimischen Fans in der ersten Minute noch auf einen Erfolg hoffen, als Maximilian Bergold einen Siebenmeter über das Tor setzte und Konstantin Singwald seine Farben nach einem Pass von Franziskus Gerr in Führung brachte. Singwald und Gerr sollten im Verlauf der weiteren Begegnung zu den Lichtblicken ihres Teams gehören, das in den nächsten Minuten aber HSG-Keeper Sebastian Schermuly nicht oft genug zu überwinden wusste. Die 3:2-Führung sollte schon die Letzte der Unterfranken sein.


Es fehlt die Durchschlagskraft

Es haperte bei den Kurstädtern an der Durchschlagskraft im Rückraum, wo sich Maxi Schmitt des Öfteren an der kompakten 6:0-Deckung des Gegners, die unverkennbar Größenvorteile hatte, festrannte, der gesperrte Gary Hines schmerzlich vermisst wurde und Wicklein aufgrund einer Fersenverletzung nicht wie gewohnt zum Zuge kam und nur von der Siebenmeter-Linie aus einnetzte. Vilim Leskovec betrat nur sporadisch das Parkett, Adam Pal überhaupt nicht.

Eingedenk der jüngsten Aufholjagd gegen die Magdeburger schien zur Pause noch nichts verloren, doch die Hanauer konnten im Vergleich zu den Sachsen-Anhaltinern einen entscheidenden Pluspunkt in die Waagschale werfen: Die Schützlinge von Patrick Beer reisten mit großem Kader an, was ihrem Coach erlaubte, seine Spieler kräfteschonend und ohne Qualitätsverlust einzusetzen.
Zwei Minuten vor Spielende wurde es noch einmal spannend, als Max Kalliske und Timo Riesenberger zum 23:24 einnetzten, doch die folgende Zeitstrafe für Konstantin Singwald war ein herber Schlag. 40 Sekunden vor der Schlusssirene verwandelte Björn Christoffel einen Siebenmeter zum 23:25, ehe Schmitt mit einem Gewaltwurf zum 24:25 traf. Nach der Auszeit des Gastes gingen die HSCler zur offenen Manndeckung über, drei Sekunden vor Schluss sorgte Jan-Eric Ritter für den Endstand. Während die Fans der Hessen den Auswärtssieg feierten, verabschiedeten die HSC-Anhänger ihr Team mit artigem Beifall. In der Hoffnung, auch in der nächsten Saison Drittliga-Handball in der Bürgermeister-Goebels-Halle zu sehen.


Aussagen zum Staunen

Im Foyer gab es kaum Zweifler am insgesamt verdienten Erfolg der Hanauer, die den gehandicapten Saalestädtern qualitativ überlegen waren. Die Aussage von Igor Mjanowski, "ich habe den Schiedsrichtern gesagt, dass ich mir beim Videostudium noch einmal die eine oder andere Entscheidung anschauen will", löste leichtes Erstaunen aus. Die Leipziger Unparteiischen handelten sich im Spiel nur ein einziges Mal, und das war sicher nicht spielentscheidend, den Unmut auf der Tribüne ein und erwiesen sich ansonsten als neutral pfeifendes Duo.
Tore für den HSC: Konstantin Singwald (7), Timo Riesenberger (4), Franziskus Gerr (4), Maximilian Schmitt (3), Jan Wicklein (3/3), Maximilian Kalliske (2), Martin Bieger (1