Ein neuartiger Zug mit einer beeindruckenden Spitzengeschwindigkeit ist dieser Tage auch in Franken unterwegs. Der "Frecciarossa" soll künftig die Verbindung zwischen Deutschland und Italien auf ein neues Level heben.
Für eine neue durchgehende Zugverbindung nach Italien erprobt die Deutsche Bahn (DB) in Bayern gegenwärtig den italienischen Schnellzug Frecciarossa 1000. Damit dieser in Deutschland über die Schienen fahren kann, mussten die Hersteller laut Bahnangaben unter anderem die Antriebstechnik, Bremsen und Stromabnehmer anpassen. Seit Mitte Juni finden nun die Testfahrten mit einem ersten umgerüsteten Zug zwischen Nürnberg und Ingolstadt sowie zwischen Leipzig und Erfurt statt.
Die Frecciarossa-Züge sollen gemäß der Bahn ab Sommer 2027 Reisende direkt von München nach Rom beziehungsweise Mailand befördern. Ursprünglich hatte die Bahn den Beginn der neuen Direktverbindung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vorgesehen. Dadurch soll sich die Fahrzeit auf der Strecke nach Rom um 45 Minuten und nach Mailand um 75 Minuten verkürzen.
"Roter Pfeil" auf Testfahrt durch Bayern
Frecciarossa bedeutet auf Deutsch "roter Pfeil" – und blitzschnell soll der Zug auch in Deutschland mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde unterwegs sein. Diese Spitzengeschwindigkeit wird der DB zufolge auch bei den Testfahrten erprobt, die mehrere Monate andauern werden. In Österreich finden seit August zudem Testfahrten mit einem zweiten umgerüsteten Fahrzeug von Kufstein bis zum Brenner sowie zwischen Salzburg und Wien statt. Insgesamt sind 300 Testtage geplant.
Die DB sprach von einem ehrgeizigen Zeitplan. Für die neue internationale Zugverbindung rüsten die Hersteller neun Frecciarossa-Züge um und integrieren nationale Zugsicherungssysteme. Anschließend müssen diese für das deutsche und österreichische Schienennetz neu zugelassen werden. In Italien ist eine erneute Zulassung erforderlich.