Die aktuelle Verkehrszählung in Nürnberg zeigt: Das Verkehrsaufkommen lag auch 2025 deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau.
Das Verkehrsaufkommen in Nürnberg bleibt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie: Stabile Werte beim Pkw-Verkehr und ein leichter Rückgang beim Radverkehr – das hat die Verkehrszählung vom Juli 2025 gezeigt. Die Ergebnisse sind dem Verkehrsausschuss am Donnerstag, 22. Januar 2026, vorgestellt worden.
Der Kraftfahrzeugverkehr an der Stadtgrenze nahm im Vergleich zu 2024 leicht um 0,9 Prozent zu und bleibt damit nahezu konstant. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Beginn der Pandemie, liegt das Verkehrsaufkommen jedoch um 12,5 Prozent niedriger. Auf den Pegnitzbrücken wurde ein Rückgang um 7,4 Prozent gegenüber 2024 festgestellt – ebenfalls stabil auf niedrigem Niveau. Insgesamt belegen die Ergebnisse einen dauerhaften Rückgang der Verkehrsmenge um bis zu 20 Prozent gegenüber den Jahren vor Corona. Hauptursache ist weiterhin die verstärkte Arbeit im Homeoffice.
Bedeutung des Radverkehrs trotz leichten Rückgangs hoch
Auch beim Radverkehr zeigen die Zahlen einen Rückgang: An den Einfallstraßen um 24,2 Prozent, auf den Pegnitzbrücken um 7,9 Prozent. Hier spielt neben dem Arbeiten zu Hause auch das Regenwetter am ersten Zähltag eine Rolle. Vor allem für die längeren Strecken über die Stadtgrenze wählen Pendlerinnen und Pendler bei Regen andere Verkehrsmittel. Dennoch wächst die Bedeutung des Radverkehrs im Stadtgebiet weiter: So nutzten fast 48 Prozent der Radfahrenden die Pegnitzquerungen ohne Kfz-Verkehr im Pegnitztal. Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr auf allen Pegnitzbrücken stieg in den vergangenen zehn Jahren von 17,5 auf 18,4 Prozent, trotz schlechter Wetterbedingungen am Zähltag. "Die Zählungen im Pegnitztal zeigen deutlich, dass viele Radfahrende ruhige und sichere Routen bevorzugen. Das bestärkt uns, den Ausbau sicherer und komfortabler Radwege weiterhin konsequent voranzutreiben", so Planungsund Baureferent Daniel F. Ulrich.
Bei der jährlichen Erhebung werden die Verkehrsströme an den Einfallstraßen der Nürnberger Stadtgrenze sowie auf allen für den Kraftfahrzeugverkehr freigegebenen Pegnitzbrücken erfasst. Rund 270 Schülerinnen und Schüler Nürnberger Gymnasien zählten am 22. und 23. Juli 2025 an 120 Zählstellen im Stadtgebiet von 6 bis 22 Uhr. "Ein herzliches Dankeschön geht an alle beteiligten Schulen und mithelfenden Schülerinnen und Schüler. Denn nur dank ihres Engagements ist die umfassende Zählung mit der für die Planung erforderlichen Differenziertheit möglich", betont Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.
Busse und Bahnen mit steigenden Fahrgastzahlen
Ein besonders erfreuliches Ergebnis stellt die Entwicklung der Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen dar: Laut Fahrgastzählungen der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft ist die Zahl der Fahrgäste zwischen Juli 2024 und Juli 2025 erneut gestiegen. Zu dieser Entwicklung tragen sowohl Angebotsverbesserungen wie zum Beispiel die neuen Straßenbahnlinien 10 und 11 als auch das günstige Deutschlandticket bei.
"Die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die innerstädtische Mobilität in Nürnberg ist unbestritten", so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. "Mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes und der neuen U-Bahn-Verbindung nach Gebersdorf schaffen wir attraktive Alternativen zum Auto und gestalten Mobilität stadtverträglich und zukunftssicher."