Nürnberg
Stadtentwicklung

Bauprojekt des neuen Campus für die Technische Universität geht voran

In Nürnberg nimmt das Bauvorhaben für den Campus der Technischen Universität im neuen Stadtteil Lichtenreuth immer konkretere Formen an.
Nürnberg: Bau einer neuen Bildungseinrichtung
Foto: Ferdinand Heide Architekt, Frankfurt

Der Stadtplanungsausschuss hat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 9. Dezember 2021, die Fortschreibung des Strukturkonzepts „Technische Universität Nürnberg“ als Grundlage weiterer Planungen für die zum 1. Januar 2021 gegründete neue Universität beschlossen, teilt die Stadt Nürnberg mit.

„Die neue Technische Universität bekommt nun eine immer konkretere Gestalt und mit ihr der Stadtteil Lichtenreuth – eine herausragende Perspektive für Nürnberg“, freut sich Oberbürgermeister Marcus König.

Der Freistaat Bayern wird den Campus der neuen Technischen Universität innerhalb der Konversionsfläche auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs in Nürnberg errichten. Zu diesem Zweck hat der Freistaat Bayern im Jahr 2019 eine circa 37,5 Hektar große Fläche östlich der Brunecker Straße sowie südwestlich der U-Bahnlinie 1 erworben.

Der Campus der neuen Universität liegt im städtebaulichen Entwicklungsgebiet für den neuen Nürnberger Stadtteil Lichtenreuth. Als räumliches Leitbild für die junge Universität gilt es, insbesondere einen urbanen, dichten, grünen, weitgehend autofreien und lebendigen Campus zu bauen, der sich funktional mit der Umgebung vernetzt.

Das Projekt wird von Beginn an nachhaltig und ressourcenschonend sein und seiner Verantwortung im Hinblick auf den Klimaschutz gerecht werden. Die Technische Universität ist bestrebt, mit dem Campus und dem Universitätsbetrieb möglichst geringen Ziel- und Quellverkehr zu generieren. Dazu werden unter anderem die Verlängerung der Straßenbahntrasse ebenso wie die Anwendung neuartiger multimodaler Verkehrskonzepte aus dem Mobilitätsbaukasten der Stadt Nürnberg beitragen.

Unter diesen Maßgaben wurde 2020 nach einem komplexen Verfahren die Planungsgemeinschaft Ferdinand Heide Architekten, Frankfurt, und TOPOS Landschaftsarchitekten, Berlin, vom Land zur Umsetzung eines Strukturkonzepts ausgewählt.

Das nun ausgearbeitete städtebauliche Konzept legt großen Wert auf die Verzahnung mit dem angrenzenden Stadt- und Landschaftsraum – eine grüne Mitte und ein Park sollen räumliche Aufenthaltsqualität schaffen. Damit sehen die Planer das Strukturkonzept als eine einmalige Gelegenheit, eine neue Universität als zusammenhängendes Ganzes mit charakteristischer baulicher Identität zu planen.

„Mit dem Beschluss der Fortschreibung des Strukturkonzepts ist nun in enger Abstimmung mit der Stadt Nürnberg die Entwicklung einer vertiefenden Rahmenplanung bis März 2022 vorgesehen“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. Nürnbergs Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Dr. Michael Fraas betont: „Bei der Technischen Universität Nürnberg werden Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft auf einem urbanen Campus miteinander verknüpft.

Hier entsteht eine neue Welt des Studierens und der Wissenschaft – das ist nicht nur ein Jahrhundertprojekt für unsere Stadt, sondern ein Leuchtturm für den gesamten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Metropolregion Nürnberg.“

„Wir freuen uns, dass wir mit der vorliegenden Rahmenplanung der Realisierung der Technischen Universität Nürnberg ein großes Stück näherkommen – und dass hier in naher Zukunft ein attraktiver Ort zum Forschen, Lehren und Leben entsteht“, sagt Dr. Markus Zanner, Kanzler der Technischen Universität Nürnberg.

Die tatsächliche bauliche Entwicklung der TU Nürnberg beginnt mit dem ersten Realisierungsabschnitt im Norden des Plangebiets. Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und der TU Nürnberg wird die Bayerische Staatsbauverwaltung, vertreten durch das Staatliche Bauamt Erlangen-Nürnberg, die Betreuung der anstehenden Planungs- und Bauaufgaben wahrnehmen.

Für einen Teil des ersten Realisierungsabschnitts ist für Anfang 2022 ein wettbewerbliches Verfahren beabsichtigt. Im nördlichen Abschnitt entstehen in diesem Zuge das Präsidiumsgebäude der künftigen Hochschulleitung sowie erste Departments und weitere Gebäude mit ergänzenden Nutzungen.

Mit einer besonderen Funktionsmischung und nicht zuletzt durch die Lage an der Schnittstelle des zukünftigen zentralen Campus-Freiraums und der Kante zum entstehenden Park im Quartier Lichtenreuth kommt den Gebäuden eine besondere Bedeutung zu. Mit diesen beiden Bauten nimmt die junge Universität erstmalig eine konkrete bauliche Gestalt an und setzt damit sozusagen den Fuß auf den neuen Campus in Nürnberg.