Laden...
Nürnberg
Abstiegskampf

Trainerwechsel beim FCN: So emotional zeigt sich der neue Coach vor der Relegation

Michael Wiesinger und Marek Mintal übernehmen für Jens Keller den FCN. Das Duo soll den Club vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jens Keller
Jens Keller hatte beim Club erst im November die Nachfolge des Österreichers Damir Canadi angetreten. Foto: Daniel Karmann (dpa)

Nürnbergs Trainer Keller freigestellt: Nach dem zunächst verpassten Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga hat sich der 1. FC Nürnberg von Trainer Jens Keller getrennt. In den anstehenden Relegationsspielen werden die Franken von Michael Wiesinger als Chefcoach und Marek Mintal als dessen Assistent betreut, wie der Verein am Montag mitteilte.

Nach dem der Club am Sonntag (28. Juni 2020) durch ein 1:1 bei Holstein Kiel auf den 16. Platz abrutschte, berichtete zunächst die Bild über einen anstehenden Trainerwechsel, Nürnbergs Mediendirektor Christian Bönig wies den Bericht jedoch am Abend noch zurück. "Das kann ich zu diesem Zeitpunkt ganz und gar nicht bestätigen", sagte Bönig auf dpa-Anfrage.

1. FC Nürnberg trennt sich von Trainer Keller - Wiesinger und Mintal übernehmen

"Diese Entscheidung haben wir uns alles andere als leicht gemacht. Jens hatte ein hervorragendes Verhältnis zur Mannschaft“, erklärte FCN-Sport-Vorstand Robert Palikuca laut einer Meldung des Vereins. Nach reichlich Überlegung sei der Verein jedoch zu dem Entschluss gekommen, einen neuen Impuls zu setzen. "Michael Wiesinger und Marek Mintal waren für uns dabei die einzige sinnvolle Lösung. Beide kennen die Mannschaft, das Umfeld und können ohne Eingewöhnung direkt loslegen", so Palikuca.

Und der Faktor Zeit spielt einen wichtige Rolle für den Club, schließlich steht in rund einer Woche schon das erste Relegationsspiel an. Das Duo wird am Mittwoch die erste Trainingseinheit leiten.

Michael Wiesinger war bisher als Leiter des Nachwuchszentrums beim FCN tätig. Marek Mintal trainierte bislang die U21-Mannschaft in Nürnberg. Vergangenen November hatte er bereits den Profi-Kader trainiert - jedoch nur für eine Woche, zwischen dem Wechsel von Damir Canadi zu Keller. 

Krisenverein 1. FC Nürnberg: Wiesinger will Club vor dem Abstieg in die 3. Liga bewahren

In der Pressekonferenz zum Trainerwechsel am Montag (29.06.2020) zeigte sich Wiesinger emotional. "Wenn wir zwei für etwas stehen, dann ist es das Herzblut hier beim 1. FC Nürnberg", so Wiesinger über die neue Trainerauswahl. Diese Leidenschaft hofft er auch auf die Mannschaft zu übertragen: "Es gilt die [Spieler] herauszufinden, die einfach zu allem bereit sind, die durchs Feuer gehen." Er setzt für die Relegation auf den Zusammenhalt im Team und sieht die schwierige Situation als Chance für den ein oder anderen Spieler, über sich hinauszuwachsen."

Mit der Relegation kennt sich Wiesinger noch von seiner Zeit beim FC Ingolstadt aus: 2010 brachte er den Verein aus der 3. in die 2. Liga. Ausgerechnet gegen Ingolstadt könnte es nun in den Abstiegskampf gehen. Der Verein steht momentan auf Platz 4 in der 3.Liga. Da Tabellenführer FC Bayern München II aber nicht für den Aufstieg berechtigt ist, ginge es für die Ingolstädter in die Relegation. Noch sind aber zwei Spieltage abzuwarten.

Mit dem erneuten Trainerwechsel steht auch Position von Sportvorstand Palikuca zur Debatte. "Dass man meine Person hinterfragt nach zwei Trainer-Entlassungen und einer sehr schlechten Saison, das ist naheliegend", gibt er in der Pressekonferenz zu. In der Sozialen Medien - auch in der Kommentarspalte des Livestreams der Konferenz - ist der Ruf der Fans nach einem neuen Vorstand deutlich. Von Seiten des Vereins wurde laut Palikuca jedoch noch nichts dergleichen thematisiert.

Vorerst bleibt also das Ende der Saison abzuwarten. Die Relegationsspiele des 1. FCN finden am 7. und 11. Juli statt und werden im Free-TV übertragen.