Viele Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park kämpfen mit steigenden Kosten und neuen Herausforderungen. Doch der Veranstalter will weiter investieren.
Steigende Kosten in zahlreichen Bereichen betrachtet der Veranstalter von Rock am Ring in der Eifel und Rock im Park in Nürnberg als gegenwärtig größte Herausforderung für die Zwillingsfestivals in Rheinland-Pfalz und Bayern. "Die enorme Kostendynamik in der Live-Branche - allen voran bei den Künstlergagen", betonte Matt Schwarz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dabei besonders. Schwarz ist Geschäftsführer von PRK Dreamhaus und Veranstalter der Festivals.
Rock im Park feierte im vergangenen Jahr sein 30. Jubiläum. Die Gagen-Erwartungen internationaler Top-Acts seien mit der Zeit immer mehr gestiegen, erklärte Schwarz. Zudem setzen viele große Acts verstärkt auf eigene Stadion- und Arena-Tourneen. Das mache das Festival-Booking anspruchsvoller und teurer.
Veranstalter von Rock am Ring und Rock im Park will Kritikpunkte angehen
Trotz der Kosten wolle der Veranstalter weiter in Line-up, Produktion, Infrastruktur und Service investieren. Das sind die Band-Highlights bei Rock im Park 2027. Zugleich müsse auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet werden. "Unser Maßstab ist simpel: Am Sonntagabend sollen unsere Gäste sagen, dieses Wochenende war jeden Euro wert", sagte Schwarz.
Auch Kritik an Besucherzahlen, Sanitäranlagen und Ticketpreisen nach dem diesjährigen Festival nehme man ernst. Es würden Feedback, Besucherströme und Abläufe analysiert, sagte Schwarz. Bei rund 90.000 Menschen könnten sich Wege zu bestimmten Zeiten füllen und Sanitärbereiche stark ausgelastet sein. Solche Punkte wolle man gezielt angehen.
"Unsere Gäste investieren viel Geld und drei Tage ihrer Zeit in Rock am Ring", sagte Schwarz. "Dafür müssen wir ihnen ein außergewöhnlich gutes Wochenende bieten. An diesem Anspruch lassen wir uns messen."
Vorbereitung auf Wetterextreme
Auch zunehmende Wetterextreme stellten die Veranstalter vor Herausforderungen. Man bereite sich mit Wettermonitoring, Sicherheitskonzepten und Infrastruktur vor und arbeite eng mit Meteorologen, Behörden und Sicherheitsdiensten zusammen, sagte Schwarz.
Der Nürburgring biete dabei einen Vorteil, weil ein erheblicher Teil des Infields befestigt sei. Schwieriger seien extreme Wetterlagen auf den teilweise unbefestigten Campingflächen. "Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Aber wir können sehr viel dafür tun, darauf bestmöglich vorbereitet zu sein", sagte Schwarz.