Nürnberger Stadtrat beschließt 365-Euro-Ticket: Am Mittwochnachmittag (17. Juni 2020) stimmten die Mitglieder des Nürnberger Stadtrats einstimmig für die Einführung eines 365-Jahres-Tickets, erklärt die Stadt. Spätestens am 1. Januar 2023 soll das Ticket im Stadtgebiet Nürnberg eingeführt werden. Bereits ab 1. Januar 2021 wird für Inhaber des „Nürnberg-Passes“ ein Monatsticket ohne Ausschlusszeit für 15 Euro pro Monat in der Tarifstufe A angeboten werden.

Nach dem Willen der Stadt soll das 365-Euro-Ticket über das Stadtgebiet Nürnberg hinaus eingeführt werden, mindestens aber im Geltungsbereich der Tarifstufe A: Dieser umfasst: Nürnberg, Fürth sowie Teile des Landkreises Fürth (Oberasbach, Stein und Zirndorf).

Nürnberg wäre erste deutsche Großstadt mit 365-Euro-Jahresticket

Darüber hinaus sei man aktuell in Gesprächen mit den angrenzenden Städten und Kommunen, so Oberbürgerbürgermeister Marcus König (CSU). In der gesamten Metropolregion Nürnberg soll es ein 365-Euro-Ticket geben.

Die Linke hatte zuvor ein Bürgerbegehren initiiert, um das 365-Euro-Ticket einzuführen. Nach der Zustimmung des Stadtrats ist ein Bürgerentscheid nun nicht mehr notwendig. "Das ist ein großer Erfolg. Nürnberg wird in Deutschland die erste Großstadt sein, wo das eingeführt wird", sagte Titus Schüller von der Linksfraktion im Stadtrat.

Kritik an Vorhaben aus Nürnberg

Der Plan ist allerdings umstritten. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen kritisiert das Vorhaben: Wir halten das für den falschen Weg“, sagte Sprecher Lars Wagner der dpa. „Man erreicht eine Verkehrswende und eine Vielzahl neuer Kunden nicht in erster Linie über den Ticketpreis.“ Zuerst müssten mehr Busse und Bahnen fahren, die Taktung verbessert und das Streckennetz ausgebaut werden. 

Als Positiv-Beispiel nennt er Wien. Dort sei bereits Ende der 1990er Jahre das Netz ausgebaut und erst dann das 365-Euro-Jahresticket eingeführt worden. Nur so könnten die öffentlichen Verkehrsmittel zu einer echten Alternative zum Auto und Fahrrad werden, so der Experte.