Die Stadt Nürnberg setzt derzeit eine Reihe an drastischen Energiesparmaßnahmen um. Grund dafür ist der Ukraine-Krieg und der daraus resultierende Gasmangel in Deutschland. "Wir haben angefangen mit den Hallenbädern", erklärt Andreas Franke, der Leiter für Kommunikation und Stadtmarketing in Nürnberg gegenüber News5. Drei von vier Bädern sind bereits vorerst bis Ende September geschlossen.

Eine weitere Maßnahme greift ab heute (19. Juli 2022). Die nächtliche Beleuchtung zahlreicher historischer Gebäude, Denkmäler und Fassaden wird nun abgeschaltet - "das spart rund 60.000 Kilowatt pro Stunde bis Ende des Jahres", was einem Verbrauch von etwa 20 Haushalten entspreche, so Franke. "Aber es ist auch ein Symbol, um zu zeigen: Wir müssen Energie sparen und die Stadt geht mit gutem Beispiel voran."

Stadt Nürnberg greift zu drastischen Energiesparmaßnahmen - auch bei Heizung und Wasser

Man könne die Sparmaßnahmen auf eine einfache Formel herunterbrechen: "Im Sommer wärmer, im Winter kälter. Ein großer Brocken ist immer die Wärme", sagt der Amtsleiter. Bis Ende September würden in der Stadt in den meisten Bereichen die Heizungsanlagen abgeschaltet. "Ausgenommen natürlich dort, wo sie dringend benötigt werden, wie zum Beispiel in Kitas und Altenheimen." Auch der Warmwasserbedarf soll gesenkt werden.

"Man blickt natürlich auch schon in Richtung Winter", erklärt Franke, "und je nachdem, ob es eine weitere Warnstufe des Bundes gibt, kann man auch überlegen, ob die Kolleg*innen ins Homeoffice zurückkehren und man insgesamt die Temperatur in den Räumen senkt." Auch eine Verlängerung der Hallenbad-Pause sei denkbar. "Auch hier: wenn es eine weitere Warnstufe gibt, kann es passieren, dass Hallenbäder über den Winter geschlossen bleiben."

Zudem sei diskutiert worden, dass diverse Brunnen in der Stadt abgeschaltet werden. "Aber gerade jetzt bei diesen Temperaturen spielt Wasser auch gerade eine große Rolle zur Abkühlung der Menschen in der Stadt, weswegen wir es hier nicht für zielführend halten, die Brunnen abzuschalten." Über Veranstaltungen rede man noch nicht. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass alle Veranstaltungen - natürlich immer unter Vorbehalt durch die Pandemie - stattfinden können."

Nürnberg schaut "gebannt auf Russland" - falls Nord Stream 1 nicht wieder aufgemacht wird, droht noch mehr

"Dort, wo aktuell Gas zum Einsatz kommt, aber auch Öl möglich ist, wäre es fahrlässig, sich nicht vorzubereiten", sagt Franke gegenüber News5. "Falls die Nord Stream nicht wieder aufgemacht wird, steht Öl noch eher zur Verfügung als Gas. Alle schauen gebannt auf Russland, was da in den kommenden Tagen passiert."

Fließe wieder Gas, würde das die Situation natürlich entspannen - "falls nicht, muss sich die Republik jedoch noch ein Stück mehr auf eine Gasmangellage vorbereiten und nochmal schauen, wo weiter Energie gespart werden kann."