• Tödliche Schüsse in Nürnberger Südstadt: Neue Details zu Einreise des mutmaßlichen Täters
  • Türkischer Staatsbürger ließ sich als Ukraine-Flüchtling registrieren
  • "Erging am 24. Oktober 2022": Negativer Aufenthaltsbescheid am Tag der Tat
  • "Wird Abschiebung angedroht": Tatverdächtiger sollte Deutschland verlassen 

Auch über zwei Wochen nach der tödlichen Schießerei in der Nürnberger Landgrabenstraße ist der mutmaßliche Täter, Mert A., noch nicht von der Polizei gefasst worden - er befindet sich weiterhin auf der Flucht. Mittlerweile ist ein Überwachungsvideo aufgetaucht, die Ermittlungsbehörden suchen Zeugen, die auf den Aufnahmen zu sehen sind. Währenddessen werden immer mehr Hintergründe zu dem Tatverdächtigen und dem Verbrechen, das am Abend des 24. Oktobers 2022 auf offener Straße begangen wurde, bekannt.

Mutmaßlicher Nürnberger Todesschütze im Juli 2022 in Zirndorfer Ankerzentrum registriert

So ist mittlerweile unter anderem klar, wie A., der auf seinem Instagram-Profil mit einer Waffe posierte, überhaupt nach Deutschland kam - nämlich als vermeintlicher Flüchtling aus der Ukraine. "Der Betroffene ist türkischer Staatsangehöriger. Er hat sich zuvor nach eigenen Angaben in der Ukraine aufgehalten", erklärt ein Sprecher der Stadt Nürnberg auf Anfrage von inFranken.de

Grundsätzlich würden "Menschen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine nach Deutschland kommen, in den Anker-Zentren zunächst registriert", heißt es weiter. In A.´s Fall sei dies die Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf gewesen. Wie die Stadt bestätigt, hatte sich der mutmaßliche Todesschütze Anfang Juli dort gemeldet - mit dem Ziel, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. 

Gewohnt habe A. nach Erkenntnissen der Verwaltung dann in Nürnberg. "Zuständig war daher die Ausländerbehörde der Stadt Nürnberg. Der Betroffene war in Nürnberg gemeldet. Ein solcher Aufenthalt ist bis zur Behördenentscheidung rechtmäßig.", so der Sprecher. Es habe sich aufgrund der Registrierung als eingereiste Person aus der Ukraine nicht um ein Asylverfahren gehandelt. 

Negativer Aufenthaltsbescheid am Tag der Tat in Nürnberg - "fehlende Voraussetzungen"

Dass A. sich zuvor in der Ukraine aufgehalten haben soll, bestätigen zumindest Medienberichte aus der Türkei. Auch auf seinem Instagram-Profil sind verschiedene Bezüge zu dem Land zu finden, so etwa sein Name in kyrillischer Schrift, Herzen in Ukraine-Farben und der Hashtag #ukraineodessa. 

Ein weiteres Detail, das auch in den aktuellen Ermittlungen eine wichtige Rolle spielen dürfte, ist ein Bescheid der Nürnberger Ausländerbehörde vom 24. Oktober 2022 - also dem Tag des schrecklichen Verbrechens. Diese habe nach der Registrierung von A. "die Entscheidung über einen Aufenthaltstitel getroffen", so der Sprecher.

Diese sei "aufgrund fehlender Voraussetzungen negativ" ausgefallen, "sie erging am 24.10.2022", heißt es weiter. Als Konsequenz sei A. aufgefordert worden, Deutschland bis zum 24. November 2022 zu verlassen, wie die Stadt Nürnberg bestätigt. "Bei negativen Entscheidungen bezüglich einer Aufenthaltserlaubnis ergeht immer die Aufforderung, das Bundesgebiet innerhalb einer gesetzten Frist zu verlassen, ebenso wird immer bei Nichtbeachtung die Abschiebung angedroht", so der Sprecher.