OB reagiert auf Inzidenz-Wirrwarr: Gesundheitsamt wird umgebaut - Nürnberg will Stadtteil-Zahlen veröffentlichen. In Nürnberg hat es zuletzt wiederholt Verwirrung um die Corona-Zahlen gegeben. Nach einer Datenpanne durch einen Übermittlungsfehler waren die Inzidenzen im Raum Nürnberg mehrere Tage nicht valide. Der Grund waren teils erfolgte Doppelzählungen. "Ältere, bereits erfasste Indexfälle sind versehentlich erneut und als Erstfälle gemeldet worden", erklärt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) inFranken.de.

Ihm zufolge ist die Statistik inzwischen entsprechend korrigiert. "Dieser Fehler ist bereits zwei Tage nach Entdeckung, also am 12. Mai, wieder in der RKI-Statistik bereinigt gewesen.“ Vermutlich, weil die jüngste Panne nicht die erste ihrer Art gewesen ist, soll nun das städtische Gesundheitsamt strukturell umgebaut und stärker kontrolliert werden.

Corona-Krisenmanagement: Nürnbergs Gesundheitsamt wird umgebaut

Die genauen Pläne werden am Mittwoch (19. Mai 2021) im Nürnberger Stadtrat durch die Referentin für Umwelt und Gesundheit, Britta Walthelm, vorgestellt. "So viel lässt sich bereits sagen: Es wird eine Doppelspitze im Gesundheitsamt geben", verrät König vorab. "Zudem wird das Controlling ausgebaut. Bürgerinformation und Öffentlichkeitsarbeit werden im Referat gebündelt.“ Der Gesundheitsbereich werde dabei jedoch nicht aus dem jetzigen Ressort herausgelöst und einem anderen Referat zugeordnet - etwa dem Bereich für Jugend, Familie und Soziales, wie es Stadtrat Jürgen Horst Dörfler (Freie Wähler) kürzlich vorgeschlagen hatte.

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"Nein, eine Herauslösung des Bereichs Gesundheit aus dem Referat und eine Zuordnung zu einem anderen Referat ist nicht vorgesehen", erklärt der Oberbürgermeister. Inwieweit der strukturelle Umbau des Gesundheitsamts mit personellen Veränderungen verbunden ist, ist unklar. "Personelle Fragen werden von mir nicht in der Öffentlichkeit diskutiert", betont König gegenüber inFranken.de

Vor allem Nürnbergs Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm ist nach den jüngsten Übertragungsfehlern teils in die Kritik geraten. Dessen ungeachtet genießt sie aber offenbar nach wie vor das Vertrauen des Oberbürgermeisters. "Frau Walthelm hat von mir den klaren Auftrag erhalten, das Gesundheitsamt so zu organisieren, dass solche Fälle nicht mehr auftreten", teilt König mit. Ihm zufolge zeichnet Walthelm "eine hohe Nervenstärke und Umsetzungswillen bei den anstehenden Aufgaben" aus. 

Nürnbergs OB räumt Fehler ein - künftig Corona-Statistik nach Stadtteilen 

Von jeglicher Schuld frei sprechen will er Walthelm und deren Referat für Umwelt und Gesundheit indessen nicht. "Ein früheres und genaueres Controlling, vor allem in Bezug auf die Verarbeitung von Daten, wäre erforderlich gewesen", erklärt König mit Blick auf das jüngste Inzidenzwert-Wirrwarr in Nürnberg. 

Das Stadtoberhaupt kündet derweil eine Veränderung in der Corona-Statistik an. Künftig sollen neben dem Gesamtwert der Frankenmetropole auch die jeweiligen Inzidenzzahlen der einzelnen Nürnberger Stadtteile publiziert werden. "Die Daten für die Stadtteile werden am Mittwoch in der Stadtratssitzung vorgestellt und dann auch veröffentlicht", verrät der Oberbürgermeister. 

Doch was verspricht man sich vonseiten der Stadtspitze dadurch? "Es hat bereits in den vergangenen Wochen eine Analyse der Stadtteildaten gegeben. Auf dieser Basis sind Impfkampagnen entwickelt worden, die die Menschen vor Ort angeboten werden sollen", erläutert König das Vorhaben. Der Auftakt habe am Montag (17. Mai 2021) bei der Nürnberger Tafel stattgefunden. Dort dürfen die Menschen fortan vor Ort geimpft werden. Zuvor hatte die Stadt wegen anhaltend hoher Inzidenzen geäußert, dass sich Corona besonders in den "benachteiligten" Stadtvierteln schnell ausbreite. 

König kündigt weitere Impfaktionen an

Zu den Kampagnen in den Stadtteilen hält der Oberbürgermeister fest: "Dabei wird auf bereits bewährte Strukturen aufgebaut." Weitere Impfaktionen, etwa über die städtische Noris Arbeit (NOA), sollen demnach folgen. "Ganz allgemein liefern die Daten Hinweise darauf, wo es erhöhte Fallzahlen gibt", erklärt König. 

Am Dienstag (18. Mai 2021) weist Nürnberg einen 7-Tage-Inzidenzwert von 106,1 auf. Zuvor verharrten die Corona-Zahlen über viele Wochen hinweg auf äußerst hohem Niveau. 

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