Das Unternehmen mymuesli schließt bundesweit fast alle der 23 Filialen. Zukünftig will der Müslihersteller aus Passau verstärkt auf das Online-Geschäft setzen.

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch eine mymuesli-Filiale in Franken, und zwar in Nürnberg. Doch auch diese gehört bald der Vergangenheit an. Im Laufe der nächsten 12 bis 24 Monate werden bis auf die Standorte München, Passau und Geislingen (Baden-Württemberg) alle Filialen geschlossen. Wann genau das für die einzelnen Filialen eintreffen wird, ist noch nicht ganz klar. "Bei manchen Filialen haben wir einen Vertrag mit einer Mindestlaufzeit und bei anderen haben wir unterschiedliche Kündigungsfristen. Da suchen wir gemeinsam mit den Vermietern nach einer Lösung", sagt Sprecherin Wenke Blumenroth inFranken.de.

mymuesli-Filiale in Nürnberg muss schließen - Corona als Grund?

Der Auslöser für die Schließungen sei die aktuelle Corona-Pandemie. "Die Lockdowns 2020 und Anfang 2021 haben dazu geführt, dass die Umsätze in unseren Stores weit abgesunken sind. Auch wenn Lebensmittelgeschäfte geöffnet bleiben durften, war der versiegende Publikumsverkehr deutlich zu spüren", erklärt mymuesli-Mitgründer Philipp Kraiss in einer Pressemitteilung. "In den Nicht-Lockdown-Monaten waren die Umsätze bis zu 80 Prozent geringer als im Vorjahr. Ob sich das Umsatzniveau wieder stabilisiert, können wir nicht einschätzen. Wir sehen uns gezwungen, diesen Schritt zu gehen."

Einen Teil der Umsatzausfälle habe mymuesli 2020 über seine Kanäle im E-Commerce und Lebensmitteleinzelhandel kompensieren können. 2021 müssten unternehmensseitig jedoch nachhaltigere Konsequenzen gezogen werden.

"Gleichzeitig kaufen immer mehr unserer Kund*innen bevorzugt online bei mymuesli ein. 2021 werden wir uns noch stärker auf unseren Online-Shop und die Individualisierung von Produkten fokussieren", gibt Hubert Bessau, ebenfalls mymuesli-Mitgründer, in derselben Mitteilung an. "Wir bedauern sehr, dass das auch bedeutet, uns von einigen großartigen Mitarbeiter*innen im Laufe des Jahres zu verabschieden und werden umso bemühter sein, faire Lösungswege zu entwickeln." In Nürnberg werde das acht Personen betreffen.

Real hat ebenfalls angekündigt mehrere Filialen zu schließen. Auch die fränkischen Standorte Neustadt an der Aisch und Ansbach sind hiervon betroffen. Nun begründet das Unternehmen seine Entscheidung.