• Nürnberg: 19-jährige Anna fängt sich 2017 Krankenhauskeime ein
  • Nach 33 Operationen und drei Blutvergiftungen ist der letzte Ausweg die Beinamputation
  • Symbol des Neuanfangs: Wie Anna die ersten Wochen mit Prothese erlebt
  • Große Ziele: Wieder Krankenpflegerin und Funkenmariechen sein

Eine fünfjährige Odyssee liegt hinter der jungen Nürnbergerin Anna. Bei einem Routineeingriff am Knie fängt sich die heute 24-Jährige 2017 Krankenhauskeime ein. Es folgen 33 Operationen, drei lebensbedrohliche Blutvergiftungen und viele Besuche bei ratlosen Ärzten. Schließlich entscheidet sie sich für eine Amputation und startet nun mit ihrer Prothese in ein neues Leben.

Nürnbergerin Anna bekommt ihre Prothese: "Ich werde viel gelobt"

In einem Blog und auf ihren Social-Media-Kanälen lässt Anna die Menschen an ihrer Geschichte teilhaben. Obwohl viele leidvolle Jahre hinter ihr liegen, strahlt sie Lebensfreude aus und wandte sich am letzten Tag des Jahres 2021 mit diesen mutmachenden Worten an ihre Instagram-Fans: "Du ganz allein hast die Chance, aus diesem Jahr dein Jahr zu machen! Und glaube mir, ich wünsche es dir von Herzen. Du, ja du, hast es verdient, glücklich zu sein und deinem persönlichen Ziel näherzukommen."

Wie Anna inFranken.de vergangenes Jahr schilderte, war es die richtige Entscheidung, ihr Bein am 28. September 2021 amputieren zu lassen. Sehr schnell sei es ihr danach besser gegangen. Knapp drei Monate später dann der nächste Meilenstein: Anna bekommt ihre Prothese. "Ob ich glücklich bin? Mehr als ich, glaub ich, an Glück jemals empfunden habe", schreibt sie am 22. Dezember 2021 auf Instagram.

Zunächst sei die Prothese noch steif gestellt gewesen, erklärt sie im Gespräch mit inFranken.de am Dienstag (18. Januar 2022). "Letzte Woche wurde sie umgestellt und jetzt kann ich ganz normal laufen." Dazu gehörten Treppensteigen, langsames und schnelles Laufen sowie Rampen und Hindernisse überwinden. "Ich hätte es mir schwieriger vorgestellt. Ich werde auch ganz viel gelobt. So weit wie ich jetzt nach der kurzen Zeit bin, seien viele nach Monaten oder Jahren nicht."

Annas Ziele: Wieder Krankenpflegerin und Funkenmariechen sein

Auf die Frage, ob sie manchmal an das Gefühl denke, als sie noch mit beiden Beinen laufen konnte, antwortet sie: "An sich denke ich nur an das Jetzt. Ich bin dankbar, dass ich wieder zwei Beine habe und alles wieder neu lernen kann." Ihre Prothese symbolisiere für sie Stolz, Durchhaltevermögen, "aber vor allem Neuanfang."

Anna ist gelernte Krankenpflegerin und würde gerne in ihren Beruf zurückkehren. "Es ist eines meiner größten Ziele, aber noch fraglich. Natürlich muss ich schauen, ob ich das körperlich schaffe." Toll wäre es für sie auch, wieder wie früher als Funkenmariechen im Faschingsverein zu tanzen. In den folgenden Wochen ginge es aber erst einmal darum, im Alltag zurechtzukommen. Ihre Familie, ihr Partner und ihre beste Freundin seien dabei immer an ihrer Seite. In einem Instagram-Post an den ersten Weihnachtstagen mit ihrer Prothese teilte sie die empfundene Dankbarkeit und Vorfreude mit ihren Fans: 

"Es war so schön, meiner Familie an Weihnachten in die Arme zu laufen - dieses Funkeln in den Augen meiner Liebsten - ein Traum. Ich freu mich schon auf die Zukunft und bin ganz gespannt, welch tolle Momente wir noch als Familie erleben dürfen!"