Am 29. November 2019 bekam Jasmin Sen-Kunoth aus Nürnberg die Schock-Diagnose: Leukämie. In der Notaufnahme bekam die 44-Jährige daraufhin gleich die erste Chemo-Therapie. Diese vertrug sie gut - eine Knochenmarktransplantation wäre sofort möglich gewesen. Doch ihr Mann, Daniel Kunoth, erzählt im Gespräch mit inFranken.de, dass es keinen passenden Spender für sie gibt. Daher startete die Familie einen großen Aufruf zur Registrierung als Stammzellenspender.

Typisierungsaktion im Nürnberger Land

Die Familie Kunoth hat drei kleine Kinder: Miriam (2), Annika (6) und David (10). Der Sohn spiele in einem Fußballverein im Landkreis Nürnberger Land, erzählt Daniel Kunoth. Mit diesem Verein werde jetzt eine Typisierungsaktion gestartet, um an möglichst viele potenzielle Spender zu kommen: Am 16.02.2020 von 13 bis 17 Uhr können sich Interessierte in der Schwarzachhalle in Röthenbach mit einem Abstrich in die Datenbank aufnehmen lassen.

Wer dort nicht hinkommt, könne auch im Internet Stäbchen für die Registrierung anfordern und an DKMS zurücksenden. Ansonsten besteht laut Daniel Kunoth die Möglichkeit, den Abstrich in der Knochentransplantationsambulanz von Krankenhäusern vornehmen zu lassen.

Die Zeit für Jasmin Sen-Kunoth drängt

Die zweite Chemo-Therapie habe Jasmin Sen-Kunoth ebenfalls schon hinter sich. Daher sitze ihr "die Zeit im Nacken", sagt ihr Mann. Der Familie bleibe etwa einen Monat bis die dritte Chemo-Therapie erfolgen muss. Zu diesem Zeitpunkt müsse es auch einen passenden Stammzellenspender geben, so Daniel Kunoth. Sonst habe sie keine Chance mehr - ab diesem Zeitpunkt gelte sie in der Schulmedizin als austherapiert.

Chancen auf Stammzellenspender für Mutter ist gering

Jasmin Sen-Kunoths Chancen auf eine passende Stammzellenspende ist gering: Ihre Mutter stammt aus Kairo, ihr Vater aus der Türkei. Eine Abfrage bei der Datenbank der DKMS zeigte bereits: Diese Herkunft macht es sehr schwierig, einen geeigneten Spender zu finden. Denn bei Stammzellen käme es nicht auf die Blutgruppe oder Geschlecht an - meist haben Menschen aus demselben Kulturkreis die passenden Eigenschaften für eine Transplantation, erklärt Daniel Kunoth.

Viele türkisch-stämmige und nordamerikanische Menschen seien jedoch nicht registriert. In den betreffenden Ländern sei es nicht verbreitet, sich in die Datenbank der DKMS aufnehmen zu lassen. "Die haben ja oft größere Probleme beziehungsweise gar nicht die Möglichkeit dazu", fügt der Vater hinzu. Daher versuche die Familie über die Medien, Aufmerksamkeit auf ihren Fall zu lenken. So übersetzten sie ihren Aufruf auf Facebook auch ins Türkische und Arabische.

Oskar aus Nürnberg ist unheilbar krank: Bei dem Sechsjährigen wurde ein Gehirntumor diagnostiziert. Seine Mutter Janina möchte die verbliebene Zeit mit ihrem Sohn nutzen. Oskar sollen all seine letzten Wünsche erfüllt werden.