Pilsstube "Holzwurm": Kultkneipe im Herzen von Hersbruck schließt: Seit über 10 Jahren ist Roland Winkler Wirt der Kellerkneipe in der Hersbrucker Braugasse (Landkreis Nürnberger Land). Ende Februar hat er seinen Pachtvertrag aufgelöst. Das bedeutet die Schließung des "Holzwurm".

"Es hat mich viel Kraft gekostet und es ist traurig, dass es so hat enden müssen", erklärt Roland Winkler inFranken.de. Nach mehr als einem Jahrzehnt sieht sich der Wirt des "Holzwurm" gezwungen, seine Kultkneipe aufzugeben. Der Grund dafür? Die Corona-Pandemie. "Damit hat alles angefangen", so Winkler. Seit dem 17. März 2020 war seine Kneipe geschlossen. "Seitdem hatte ich keine einzige Sekunde geöffnet", erklärt er.

Kultkneipe "Holzwurm" in Hersbruck schließt wegen fehlender Öffnungsperspektiven

Die Reaktionen auf das Aus der Kultkneipe, die Winkler unter anderem über Facebook oder Instagram erreichen, sind für ihn "überwältigend". Die Besucher des "Holzwurm" seien durchweg traurig und enttäuscht, dass es so kommen musste. Mit der Schließung gehe ein wichtiger Treffpunkt in der Gegend verloren. Das Ende des "Holzwurm" ist nicht nur für den Ort, sondern für den ganzen Landkreis ein Verlust. Ein großer Tresen und eine mit Holz verkleidete, verwinkelte Stube zeichneten das Flair der Kneipe unter dem City-Kino aus. 

Entscheidend war für Winkler, dass auch in naher Zukunft noch keine Wiedereröffnung in Sicht ist: "Die Perspektiven sind einfach für solche Kneipen im Keller nicht da". Als im September letzten Jahres viele Gastronomiebetriebe wieder öffnen durften, hatte auch Winkler Hoffnung auf eine Wiedereröffnung. Doch das Gesundheitsamt habe ihm mitgeteilt, dass die beiden Fenster der Kellerkneipe nicht ausreichen würden und eine Zu- und Abluftanlage nötig sei. Ohne eine solche Anlage sei eine Wiedereröffnung ausgeschlossen.

Doch das war noch nicht alles. Auch mit einer solchen Anlage dürfte Winkler seitens des Landratsamts nur 30 bis 40 Gäste in die Kneipe lassen. Das sei für ihn nicht mehr wirtschaftlich, wo er sonst allein Sitzplätze für 70 Personen hat. Er hat deshalb den Vertrag mit seiner Verpächterin Ende Februar aufgelöst. An den mangelnden staatlichen Hilfen habe es beim "Holzwurm" nicht gelegen. Winkler habe alle Hilfen bekommen, die er beantragt hat. 

Auch ein Heroldsberger Einzelhändler kämpft ums Überleben: Ladenbetreiber Daniel Hartmann plagen wegen Corona "schwerwiegende Existenzsorgen". Um sein Geschäft in Heroldsberg nicht aufgeben zu müssen, sieht er nur "eine einzige Möglichkeit".