Am Flughafen Nürnberg wurde ein KI-basierter Roboter als Auskunftsassistent eingesetzt. Mit dem Test möchte man herausfinden, ob sich diese Interaktion durchsetzen kann.
In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) wurde am Flughafen Nürnberg ein mobiler, KI-basierter Roboter als Auskunftsassistent getestet. Wie der Airport am Donnerstag (28. Mai 2026) mitteilt, beantwortete der Roboter-Assistent den Passagieren typische Fragen, etwa zum Parken oder zu den Restaurants und Schaltern am Flughafen. Reisenden sei es dadurch ermöglicht worden, schnelle Informationen zu erhalten, ohne dafür ihr Smartphone zücken zu müssen.
Nach Angaben des Flughafens wurden dafür verschiedene KI-Modelle von den Forschenden optimiert, um die Verarbeitung der Daten direkt auf dem Gerät, ohne Cloudzugriff zu gewährleisten. Somit würden Privatsphäre und Datensouveränität gewahrt, wie es heißt. Ziel des Tests war es demnach, sowohl die Hardware unter realen Praxisbedingungen in einer Flughafenumgebung zu testen als auch herauszufinden, ob sich diese Form von Interaktion bei den Reisenden durchsetzen könne.
"Selbstständig antwortender Auskunftsassistent" am Flughafen Nürnberg
"Die KI-Expertinnen und -Experten des Fraunhofer IIS in Nürnberg haben einen Roboter entwickelt, der als selbstständig antwortender Auskunftsassistent dient", erklärt Flughafen-Sprecher Christian Albrecht. "Als in der Region verwurzeltes Unternehmen sind wir dabei sehr gerne Partner." Der Flughafen biete dem Fraunhofer IIS "eine Plattform, um praktische Erfahrungswerte zu sammeln" und Fluggästen "ein außergewöhnliches, innovatives Auskunftserlebnis" zu bieten. Erst kürzlich hatte der Flughafen eine technische Neuerung eingeführt und sich damit bundesweit zum Vorreiter gemacht.
Für den Roboter-Ansatz wurden demnach drei KI-Modelle gezielt verkleinert, um lokal und schnell zu agieren: ein Modell zum mehrsprachigen Verstehen gesprochener Sprache, eines zum Verstehen und Beantworten der Fragen und eines zur Erzeugung von gesprochener Sprache in der Sprache des Fragenden.
"Mit unserer Edge-AI-Expertise konnten wir ein hocheffizientes LLM und die Modelle für Sprachverstehen und -erzeugung so kompakt gestalten, dass diese unabhängig von einer Internet- und Cloudanbindung direkt auf der eingebetteten Plattform laufen", wird Axel Plinge, Gruppenleiter Efficient AI am Fraunhofer IIS, zur Entwicklungsarbeit zitiert.
"Echter Glücksfall": Fraunhofer-Institut freut sich über Zusammenarbeit
"Damit werden die Fragen direkt auf dieser Plattform verarbeitet beziehungsweise beantwortet und müssen weder übertragen noch gespeichert werden", so Plinge. Das sei "ein großes Plus für Datensicherheit und Souveränität". Ihm zufolge sei die Zusammenarbeit mit dem Flughafen zudem "ein echter Glücksfall", denn dadurch könne Zukunftstechnologie nicht nur entwickelt, sondern auch unmittelbar erlebbar gemacht werden.
Eine Ferienfluggesellschaft nutzt derweil seit Kurzem ein automatisiertes System zur Gepäckaufgabe am Airport Nürnberg. Weitere Nachrichten aus Nürnberg findet ihr in unserem Lokalressort.