Am 26.Oktober 2022 holt das Erlanger Kulturzentrum E-Werk Danger Dan in die Nürnberger Meistersingerhalle. Einlass soll um 19 Uhr, der Beginn um 20 Uhr sein. Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, soll es ein Corona-konformes Sitzkonzert werden. Das ganz große Kino, Lasershows und Blitzgewitter, Explosionen und Feuerwände, fette Bässe und wackelnde Wände, Pogo und Randale, ein Fitness-Animationsprogramm, tausende Handys in der Luft und die absolute Spitze des hiesigen Live Show-Wettrüstens. All das gibt es auf dieser Tour nicht.

Denn zur "Das ist alles von der Kunstfreiheit"-Tour bringt Danger Dan nur sich selbst und sein Klavier mit. Wegen der nicht enden wollenden Nachfrage wird er dafür Ende 2022 noch mal die exquisitesten Paläste und Theatersäle der gesamten Republik abklappern. Übt schon mal, das Dosenbier mir abgespreizten Fingern zu halten und sucht die Theatergläser eurer Omis vom Dachboden, denn jetzt wird’s so richtig
vornehm! Punks not Dead!

Nachdem die letzte Tour der Antilopen Gang durch den ersten Lockdown jäh gestoppt wurde, nimmt Danger Dan sein Stage Piano mit nach Hause. Während draußen die Welt still steht, entwickelt Dan Klavierbegleitungen und schreibt Texte. Der erste Song, der auf diese Weise entsteht, ist »Nudeln und Klopapier«. Das Corona-Lied entwickelt sich zu einem gewaltigen YouTube-Hit. Danger Dan hatte einen Nerv getroffen. Mit Unterstützung der Musikerinnen Charlotte Brandi (Akkordeon) und Mine (Streicher-Arrangements) macht er weiter. Und so gibt es nun also ein gutes halbes Jahr nach »Adrenochrom« wieder Neues aus dem AntilopenGang-Lager. Die erste Single, »Lauf davon«,eröffnet das Album.

Ein wunderbares Lied über Neuanfänge und darüber, dass die innere Stimme oft die Wahrheit spricht. Immer wieder nutzt Danger Dan auf »Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt« tatsächliche Erlebnisse als Basis für universell gültige Exkursionen, kluge Zeitgeist-Diagnostik und kitschfreie Liebeslieder. Mit großer Erzählkunst verzahnt er auf diese Weise seine Biografie mit dem Drama und der Lächerlichkeit der menschlichen Existenz.

Wie Danger Dan in »Ich verprügelte Sextouristen in Bangkok« über Penelope Cruz singt und der zunächst humorige Titelsong sich in der letzten Strophe zu einem dramatischen antifaschistischen Fanal aufschwingt, hat Hip-Hop ebenso viel zu verdanken wie dem klassischen Liedermachertum. In solchen Momenten ist Danger Dan ein Randy Newman des Rap. »So ein Album wollte ich schonimmermachen«, sagt Danger Dan, »Insofern ist das jetzt auch keine Corona-Idee.« Und so erfüllt sich mit »Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt« ein musikalischer Traum, der Danger Dan sein Leben lang begleitet hat.