Aktuell werden die Schulöffnungen während der Covid-19-Pandemie heiß diskutiert. Wie steht es aber um zukünftige Erst- und Fünftklässler? Normalerweise werden diese im September eingeschult, aber bereits in der Zeit davor müssten zahlreiche Termine wahrgenommen werden.

„In dieser Krisenphase müssen wir einen Schritt nach dem Nächsten gehen“ erklärt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Deswegen gibt es noch keine klare Strategie für die kommenden Einschulungen. „Normalerweise beginnt der Einschulungsprozess schon jetzt“, erklärt Fleischmann. Dazu zählten unter anderem die Einschulungsdiagnostik, die jetzt nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden könne.

Problem Einschulungsuntersuchung: Corona verhindert Gruppengespräche

Besonders die Einschulungsuntersuchung dürfte zum Problem werden: „Denkbar ist, dass sowohl schulische, als auch Räume der Kita genutzt werden könnten“. Oft findet die Diagnostik eigentlich in Gruppen statt, das wird aber voraussichtlich nicht möglich sein. „Es geht von ‚Wir machen das gar nicht‘ bis ‚Wir machen das so, wie immer‘“, erklärt Simone Fleischmann mit Blick auf mögliche Maßnahmen. Für eine digitale Lösung stünden noch keine Plattformen bereit, generell sei der Verband aber dahingehend aufgeschlossen.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es schwierig, darüber zu reden, wenn wir noch gar nicht wissen, wie es im September ablaufen wird“, erklärt Fleischmann. Wenn der Stand so bleibe, wie bisher, dann stünden die Schulen vor einer großen Herausforderung: „Es ist schwierig, kleine Kinder unter diesen Bedingungen in die Schulzeit einzuführen. Es darf nicht dazu führen, dass Kinder schon vor dem eigentlichen Schulbeginn Ängste entwickeln“, so die Präsidentin des BLLV.

Einhaltung von Hygieneschutz: "Ich hab da meine Zweifel, dass wir das hinkriegen"

Dass die Einhaltung von Hygieneschutzmaßnahmen vor allem zum Problem werden könnten, findet nicht nur Fleischmann, sondern auch Nürnbergs „Schulbürgermeister“ Dr. Klemens Gsell: „Die große Frage ist: Können wir irgendwo Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen einbringen, die sinnvoll sind? Ich habe da meine Zweifel, dass wir das hinkriegen“. Wenn die Corona-Zahlen so blieben wie bisher, halte er eine Einschulung wie geplant für machbar: „Nach den derzeitigen Zahlen könnte es eine Möglichkeit sein, wegen kleiner Ansteckungsgefahr“. Seine Einschätzung beruhe aber auf den heutigen Zahlen (Stand 28. April 2020), sollte eine zweite Infektionswelle kommen, verändere sich die Lage rasch. „Ich halte es für wichtig, dass Schüler in den Alltag bald zurückgehen können. Die verkürzte Schulzeit ist auch aus Sicht der Schüler unfair“, erklärt Dr. Gsell.

Einen konkreten Plan des Kultusministeriums bezüglich der Einschulungen gibt es noch nicht. "Momentan gehen wir vom September aus. Es gibt keine Pläne dafür, dass eine Verschiebung stattfindet", erklärt Dr. Julia Kuntz, Sprecherin des Kultusministeriums, gegenüber inFranken.de. Im Moment müsse sich das Ministerium auf das jetzige Schuljahr konzentrieren, so die Sprecherin. Nichtsdestotrotz gebe es natürlich bereits Überlegungen, wann konkrete Informationen kommen, sei noch unklar. 

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