In eben jener Westernstadt, die seit mindestens zehn Jahren brachliege, soll das Feuer am Freitagabend laut Polizeiangaben ausgebrochen sein. Beim Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei stand die ehemalige Westernstadt sowie umliegende Bäume bereits in Vollbrand.
Open-Air-Konzert abgebrochen, Campingplatz geräumt - Ausnahmezustand im Süden Nürnbergs
Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Feuerwehr kümmerten sich der Polizei zufolge um bis zu 30 Menschen, die vorsorglich von dem nahen Campingplatz in Sicherheit gebracht wurden. "Derzeit werden 17 Personen in der eingerichteten Betreuungsstelle betreut", teilte das BRK gegen 1.15 Uhr mit. "Es handelt sich um Personen, die infolge der Rauchentwicklung vom Campingplatz evakuiert werden mussten. Verletzte gibt es weiterhin keine."
Oberbürgermeister Marcus König (CSU) und Nürnbergs dritter Bürgermeister Nasser Ahmed (SPD) dankten in einer Videobotschaft noch in der Nacht den Einsatzkräften. Außerdem riefen die beiden Politiker die Bevölkerung dazu auf, bei den aktuellen Temperaturen noch umsichtiger zu sein, um ähnliche Szenarien wie jetzt in Nürnberg künftig zu verhindern.
Inzwischen ist der evakuierte Campingplatz wieder zugänglich. Nach Angaben der Sanitätseinsatzleitung Nürnberg ließ die Rauchentwicklung nach und die in Sicherheit gebrachten Menschen konnten zurückkehren. Einsatzkräfte würden die Löscharbeiten aber weiterhin sanitätsdienstlich absichern, hieß es.
Großeinsatz nach Waldbrand - zwei Feuerwehrleute in Nürnberg verletzt
Im sogenannten Stadionpark in der Nähe des Einsatzortes fand am Abend außerdem ein Konzert unter freiem Himmel statt, wie Polizeisprecher Petzold sagte. Während der Zugabe sei die Veranstaltung wegen des starken Rauchs abgebrochen worden, die Feiernden sollten nach Hause gehen. Wie viele Menschen das betraf, war am Samstag weiter unklar.
Laut Angaben der Feuerwehr befanden sich insgesamt rund 380 Einsatzkräfte der Feuerwehr, etwa 60 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sowie rund 15 Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. Die Berufsfeuerwehr sprach von einem "kraftraubenden" und "schwierigen" Einsatz. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei dem Einsatzgeschehen zwei Feuerwehrleute leicht verletzt. Weitere Personen seien nicht zu Schaden gekommen.
Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken führte die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen vor Ort. Das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Klärung des Brandgeschehens aufgenommen. In diesem Zusammenhang bittet die Kripo um Zeugenhinweise. Wer zwischen 20 Uhr und 22 Uhr verdächtige Wahrnehmungen im Bereich des Brandortes gemacht hat, wird gebeten, sich mit der Polizei unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 in Verbindung zu setzen.
Erinnerungen an verheerenden Waldbrand 2025 bei Erlangen
Am Samstagmorgen war das Technische Hilfswerk mit einem Bagger und Räumfahrzeugen auf dem Areal unterwegs und türmte einen Schutthaufen auf, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Es roch verbrannt, offene Flammen waren aber nicht mehr zu sehen. Mehrere Feuerwehrwagen waren noch vor Ort. Größere Löscharbeiten gab es aber nicht mehr, allerdings wurden noch Glutnester bekämpft. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr, Peter Saul, erklärte, werden Feuerwehrkräfte noch den ganzen Tag vor Ort sein.
Im vergangenen Jahr hatte bei Erlangen, gut 20 Kilometer nördlich von Nürnberg, ebenfalls ein Waldgebiet gebrannt. Es dauerte fast einen Monat, bis der Brand vollständig gelöscht war. Das Feuer war Ende April 2025 in dem Forst rund um einen ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebrochen. Rund 40.000 Quadratmeter, verteilt auf mehrere Flächen, waren nach Angaben des Landratsamtes betroffen. Dieses rief zwischenzeitlich den Katastrophenfall aus. Neun Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.