Erst im März wurde Harald Danzl zum neuen Bürgermeister gewählt. Nur wenige Monate nach Amtsantritt beschäftigt ihn eine Vandalismus-Serie in seiner Gemeinde. Das Verhalten der Täter macht ihn fassungslos.
Harald Danzl hat die Nase gestrichen voll. "Mich ärgert das massiv", verschafft sich der CSU-Politiker und Bürgermeister von Feucht im Nürnberger Land am Donnerstag (15. Oktober 2026) gegenüber News5 Luft. Gemeint ist eine Reihe von Vorfällen, die seine Gemeinde in letzter Zeit in Atem hält. Im Fokus steht dabei vor allem die örtliche Mittelschule, wo man zunächst einen mutmaßlichen Einbruchsversuch samt Sachbeschädigung und dann ein paar Tage später einen Fall von grobem Vandalismus bemerkt hatte.
Es sind nicht die einzigen Vorfälle dieser Art, die den Markt Feucht aktuell heimsuchen – wohl aber die, die das Fass für Danzl endgültig zum Überlaufen gebracht haben. Mit einem ganz ähnlichen Problem hatte zuletzt auch ein Bürgermeister aus dem Kreis Bamberg zu kämpfen, der angesichts der dreisten Tat von einer "Sauerei" sprach.
"Können Geld viel besser einsetzen": Feuchter Bürgermeister ärgert sich über Vandalismus
Wie Danzl mit Blick auf die anhaltende Serie in Feucht berichtet, hatte der Vandalismus seinen Anfang mit Graffitis genommen und war dann immer weiter ausgeufert. Nachdem zwischendurch ein Verkehrsschild mit roher Gewalt aus dem Boden gerissen worden war, erreichten die Sachbeschädigungen zuletzt an der Schule ihren vorläufigen Höhepunkt. Unbekannte hatten offenbar versucht, ein Fenster im Erdgeschoss aufzuhebeln, und dabei einen hohen Schaden verursacht. Da es sich wohl um einen versuchten Einbruch handelte, wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet. Deren Ermittlungen blieben bisher jedoch erfolglos.
Es sollte nicht der letzte Zerstörungsakt an der Schule bleiben, denn nur wenige Tage später wurden dort zwei Scheiben zerstört. "Das war jetzt nicht nur irgendwie, dass mal ein Ball dagegen geflogen ist. Es war schon eine massive Krafteinwirkung, ein Stein – und bei einem Zentimeter Dicke der Scheibe. Das ist eine massive Krafteinwirkung und mutwillige Sachbeschädigung", berichtet der Bürgermeister. Der an den Fenstern entstandene Schaden liege im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich – eine nicht unbeträchtliche Menge Geld für eine Gemeinde, die ihr Budget gerne in sinnvollere Dinge investieren würde. "Zum einen ist das ein hoher Kosteneinsatz, den wir bringen müssen, und zum anderen ein hoher Personaleinsatz", schildert der Politiker.
"Lieber würden wir das Geld investieren in unsere Spielplätze oder in irgendwelche Neuheiten. Ein Pump-Track ist hier in Feucht geplant und da können wir das Geld viel besser einsetzen – und eben auch unsere Zeit", ärgert sich Danzl. Die Installation von Kameras würde der Zerstörungswut vielleicht Einhalt gebieten oder immerhin zur Ergreifung der Täter führen, doch auch das wirkt sich auf das Budget der Gemeinde aus: "Die Option gibt es, man kann den öffentlichen Raum natürlich mit einer Videokamera überwachen. Natürlich sind das auch wieder Kosten, die wir uns gerne sparen würden, aber wenn diese Sachbeschädigungen zunehmen, werde ich auch diesen Weg prüfen lassen", so Danzl.
Schmierereien auf Denkmal – Danzl mahnt Bürger zur Wachsamkeit
Auch die bereits angesprochenen Graffitis sind dem 45-Jährigen, der sich im März bei der Bürgermeisterwahl als Herausforderer gegen seinen Vorgänger Jörg Kotzur von der SPD durchgesetzt hatte, ein Dorn im Auge. Ein Denkmal im Eichenhain, das sich in direkter Nähe zu einem Spielplatz befindet, wurde mit Beleidigungen und politischen Parolen beschmiert. Auch das macht Danzl fassungslos: "Was ist denn eigentlich los? Was ist denn mit den Menschen los? Das ist natürlich eine Minderheit, das muss man ganz klar sagen. Aber die Minderheit beschäftigt einfach die Mehrheit."
Ob die eindringlichen Worte des Bürgermeisters bei den Tätern Gehör finden, bleibt abzuwarten. Auf einen plötzlichen Sinneswandel möchte er sich aber offensichtlich nicht verlassen. Um der anhaltenden Sachbeschädigung Einhalt zu gebieten, fordert der langjährige Polizeibeamte seine Mitbürger auf, mit "wacheren Augen" durch Feucht zu gehen, "um Täter zu identifizieren oder eben auch schon Täter im Vorfeld von einer Straftat überhaupt abzuhalten."