Trotz Protesten der Tabakindustrie: Die Erhöhung der Tabaksteuer wurde nun auch vom Bundestag abgesegnet. So teuer werden Zigaretten künftig.
Rauchen ist ungesund und teuer – darüber sind sich viele einig. Dennoch wird mit Zigaretten jährlich ein Milliardengeschäft gemacht. Und das soll noch steigen: Schon 2027 müssen sich Raucher auf höhere Kosten einstellen, Zigaretten sollen deutlich teurer werden. Die Tabaksteuer soll gemäß dem Beschluss über vier Jahre lang regelmäßig erhöht werden.
In der Nacht zum Freitag (16. Oktober 2026) stimmte der Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen aus Union und SPD für die Gesetzesnovelle. Das Gesetzgebungsverfahren zur Tabaksteuer endet am Freitag im Bundesrat. Die Länderkammer hat die Möglichkeit zum Einspruch gegen die Gesetzesnovelle, dies deutet sich bisher aber nicht an. Daher wird damit gerechnet, dass der Bundesrat das Vorhaben billigt und die Steueranhebung damit beschlossene Sache ist.
So wirkt sich die Steuererhöhung auf die Zigaretten-Preise aus
Aktuell werden für eine Schachtel mit 20 Zigaretten rund acht Euro fällig. Laut Gesetzentwurf soll ab 2027 ein gewichteter durchschnittlicher Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro gelten. Für 2028 werden 9,56 Euro genannt, für 2029 dann 10,42 und für 2030 11,36 Euro. Bei Premium-Marken wie Marlboro oder Davidoff könnte es noch teurer werden. Ihr Preis könnte nach Schätzungen von Tabakhändlern auf bis zu 14 Euro steigen.
Wer täglich eine Packung mit 20 Zigaretten raucht, kommt bei einem Preis von 9 Euro auf 3285 Euro pro Jahr. Bei einem Packungspreis von 14 Euro sind es 5110 Euro pro Jahr, rechnete die Mediengruppe Bayern kürzlich durch.
Steuererhöhungen gibt es auch für andere Produkte wie Feinschnitt, Pfeifentabak, erhitzten Tabak, Wasserpfeifentabak und sogenannte Substitute für Tabakwaren, zum Beispiel Liquids für E-Zigaretten.
Mehreinnahmen und Anreiz zum Aufhören: Das sind die Erwartungen an die höhere Tabaksteuer
Die Bundesregierung erwartet sich von der höheren Tabaksteuer mehrere Milliarden Extraeinnahmen. Das sei ein notwendiger Schritt zur Konsolidierung des Haushalts in Zeiten knapper Kassen.
2025 nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. Im kommenden Jahr werden durch die Neuregelung Steuermehreinnahmen in Höhe von 756 Millionen Euro erwartet, die laut Bundesregierung bis 2030 auf 3,59 Milliarden Euro ansteigen sollen.