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Triefenstein
Wasserqualität

"Mangelhaft": Fränkischer Badesee ist der schlechteste in Bayern

Ein Badesee aus Franken ist der schlechteste in Bayern. Die Wasserqualität ist dort "mangelhaft". Die Bürgermeisterin der Gemeinde kann die Einschätzung nicht nachvollziehen.
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Die Wasserqualität des Badesees wurde als "mangelhaft" eingestuft. Symbolfoto: unsplash.com

Ein fränkischer Badesee ist der schlechteste im Freistaat. Zu diesem Urteil kommt die "Europäische Umweltagentur" in ihrem Jahresbericht. Konkret geht es um den Klostersee Trenfeld im unterfränkische Markt Triefenstein (Kreis Main-Spessart). 

Auf einer Wasserfläche von 76.000 Quadratmetern haben die Behörden zu beanstanden, dass die Wasserqualität des Klostersees "mangelhaft" ist, so die Einschätzung des "Landesamtes für Gesundheit". Schuld daran sind überhöhte Darmbakterien-Werte, welche in Wasserproben festgestellt wurden - ausgelöst durch Wildvögel: "Beim Klostersee wird die Ursache für die Verschmutzung auf Wildvögel zurückgeführt, die in den vergangenen Jahren sich zeitweise am Klostersee aufgehalten haben beziehungsweise sich immer noch dort aufhalten", heißt es von Seiten des zuständigen Landratsamtes zu inFranken.de.

Trennfelder Klostersee - schlechteste Wasserqualität in Bayern

Vom Baden im Klostersee rät das Landratsamt "grundsätzlich" ab: Vor Ort wurden bereits im Jahr 2019 Warnschilder im Zugangsbereich angebracht, um Badegäste zu informieren.

Kerstin Deckenbrock, Bürgermeisterin des Marktes Triefenstein, ist mit der Einschätzung der "Europäischen Umweltagentur" sehr unglücklich, wie sie dem Bayerischen Rundfunk sagte. Die letzte Wasserprobe sei Ende Mai entnommen, die Juli-Probe nicht abgewartet worden, so Deckenbrock. Die Badegewässerverordnung sehe hingegen vor, dass die letzten 16 Proben in die Einschätzung der Behörden einbezogen würden, beklagt sie. Selbst ein Kurzaufenthalt der Wildvögel könne so die Wasserqualität kurzfristig verschlechtert haben. 

Die Marktgemeinde will demnach in den kommenden Wochen entscheiden, wie die weitere Badeempfehlung lauten wird. 

Aus Corona-Perspektive beurteilt das "Umweltbundesamt" die Lage an Badeseen als unproblematisch: "Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen." Die "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" hat bislang keine Anzeichen dafür gefunden, dass "Sars-CoV-2" über den Wasserweg übertragbar ist. 

Eine Abkühlungsalternative zum Badesee sind bei den sommerlichen Temperaturen Freibäder: Doch in Schwimmbädern gelten derzeit spezielle Auflagen, die teilweise auch recht kurios sind.