Was ist da nur los, dass sogar CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner am Tag der deutschen Einheit in die Straße Horlache nach Mainroth kommt? Außerdem war fast der halbe Burgkunstadter Stadtrat anwesend. Dabei ist das Thema schon seit Jahren aktuell. Es geht um die Zukunft der Mainrother Bahnübergänge in Richtung Mainwiesen.

Nun wurde bekannt, dass der Bahnübergang Mainroth-Süd geschlossen werden soll. Dies wiederum hätte fatale Folgen für den Bahnübergang Mainroth-Mitte. So hatte sich um Stadtrat Günter Knorr eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen diese angedachte Schließung mobil macht. Am Feiertag nun gab's eine kleine Demonstration. "Wir sind konsterniert und verärgert über diese Situation", so Knorr. Man werde einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.

Schon 2002 ging der Ärger los

Die eigentliche Problematik begann schon im Jahre 2002. Damals wurde der Bahnübergang Sandgasse (Mainroth-Ost) geschlossen. Schon zu dieser Zeit gab es Bedenkenträger, die auf eine daraus resultierende Verkehrszunahme in der Horlache hinwiesen. Damals gab es ein Versprechen, eine Bahnunter-oder -überführung zu bauen. "Gemacht wurde bis heute nichts", erklärten dazu jetzt erboste Bürger. Da viele Landwirte ihre Betriebe an den inzwischen gebauten Bahnersatzweg (heute Radweg am Bahndamm entlang) auslagerten, nahm der Verkehr durch die Horlache zu.

Die Überfahrt der Landwirte mit Traktoren und Anhängern ist nur mit einem fast schon waghalsigen Wendemanöver am Bahnübergang Horlache aus Richtung Osten kommend möglich. Viele Landwirte nutzten daher den Bahnübergang-Süd, der jetzt auch noch geschlossen werden soll.

Es sei mehr eine glückliche Fügung, dass keinem Radfahrer oder einem Bahnreisenden, der die Straße überquerte, etwas passiert sei, meinten die Mainkleiner Stadträtin Ingrid Kohles und der Mainrother Stefan Marr. Selbst die Bahnfahrer müssten zum Einstieg diesen so gefährlichen Bahnübergang queren, um in den Zug zu gelangen. Aber die Deutsche Bahn scheine dies überhaupt nicht zu interessieren, war die Meinung mehrerer Mainrother Bürger.

Ebenso seien Fahrradfahrer und Fußgänger in der Horlache gefährdet. Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, dass der Bahnübergang Mainroth-Süd wegen Sanierungsarbeiten sechs Monate geschlossen ist und nach seiner Fertigstellung dicht gemacht werden soll.

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner hatte viel Verständnis für diese Sorgen. Die rechtliche Grundlage für die Schließung des Bahnübergangs Mainroth-Süd sei für die deutsche Bahn allerdings gegeben. Aber in diesem besonderen Fall müssten Lösungen angestrebt werden, die für alle Beteiligten tragfähig sind. Hier müsse unbedingt miteinander geredet werden. Günter Knorr schlug vor, wieder einen Bahnübergang an der Sandgasse zu bauen. "Die Landwirte müssen zu ihren Feldern und Äckern kommen."

Auch die Stadt bleibt am Ball

Vorgeschlagen wurde, zunächst alle Bahnübergänge offen zu lassen. Die Abgeordnete sagte dabei ihre Unterstützung zu. Bürgermeisterin Christine Frieß sagte, die Stadt werde auch am Ball bleiben. Der Stadtrat werde gegen eine Schließung des Bahnübergangs stimmen. Dann gebe es eine Sechs-Jahresfrist, in der eine andere Lösung gefunden werden muss.