Die Rückrufaktion des VW-Konzerns begann vor wenigen Wochen - und sie läuft im Kreis problemlos. Das Autohaus Engelhardt in Michelau-Schwürbitz hatte sich schon im Vorfeld professionell darauf eingestellt. "Die Rückrufaktion kann jeder autorisierte Servicepartner für die jeweilige Marke eines Konzerns abwickeln", sagt Geschäftsführerin Eveline Weinmann.

Das systematische Anschreiben der betroffenen Kunden, erklärt Serviceberater Rainer Rauh, erfolge durch den VW-Konzern. "Wir haben uns aber Gedanken gemacht, wie wir's im Betrieb umsetzen und strukturieren, damit wir möglichst effizient arbeiten können - denn das normale Tagesgeschäft läuft ja weiter." So geht es momentan allen Vertragspartnern. Obwohl sie nichts dafür können, was der Konzern sich eingebrockt hat, leisten sie im operativen Geschäft oft mehr als der Konzern ihnen vergütet.

Damit der normale Werkstattbetrieb nicht leidet, hat das Autohaus Engelhardt zum Beispiel zusätzliche Diagnose-Stationen angeschafft, so dass nun sieben zur Verfügung stehen. Dadurch entstehen beim Aufspielen der neuen Software-Updates keine unnötigen Wartezeiten.

"Wir sehen das als Chance, Kunden wiederzugewinnen", sagt Rainer Rauh. Wie andere Autohäuser auch setze man auf Gutscheine, die allen Betroffenen einen Rabatt auf eine künftige Reparatur einräumen. "Das ist eine freiwillige Aktion von uns als kleine Wiedergutmachung", ergänzt er.


Kostenfreie Serviceleistungen

Darüber hinaus bietet das Autohaus Engelhardt - wie viele andere Partner auch - auf Wunsch des Kunden einen kostenfreien Hol- und Bringservice an sowie, wenn erforderlich, ein Ersatzfahrzeug.

Das Aufspielen der Software selbst sowie die technischen Veränderungen dauern je nach Motor zwischen 20 und 35 Minuten. Empfehlenswert sei jedoch, diesen Termin zum Beispiel mit dem Reifenwechsel, der Hauptuntersuchung oder einer Inspektion zu verbinden. "Wir werden dem Kunden den Aufenthalt jedenfalls so angenehm wie möglich machen, um den Negativeffekt auszugleichen", verspricht Rainer Rauh.

Für die Autohäuser ergeben sich jedoch noch andere Aspekte - sie benötigen qualifiziertes Personal. "Wir suchen zusätzliche Kfz-Mechatroniker, die wir aber nicht nur vorübergehend, sondern auf Dauer einstellen möchten", sagt Eveline Weinmann. "Wir bilden selbst aus", ergänzt Rainer Rauh, "doch weil die erforderlichen Kenntnisse immer markenspezifischer werden, sind Mechatroniker mit Fachkenntnissen relativ rar".

Wie die Reaktion der Kunden bisher auf die Rückrufaktion ausgefallen ist? Rainer Rauh antwortet, dass die Fahrzeugbesitzer damit relativ gelassen umgehen. Ihre einzige Sorge sei, dass ihr Wagen anschließend Leistungseinbußen hat. Das Aufspielen des Updates, so versichere der Hersteller, habe keinen Einfluss auf die Motorleistung und den Verbrauch, bekräftigt der Serviceberater. Die Resonanz bei den Kunden nach dem Werkstattbesuch fasst Rainer Rauh so zusammen: "Die allermeisten sind mit ihren Fahrzeugen zufrieden."


Zeitlicher Rahmen und Informationen im Internet

Zeitplan Die Rückrufaktion startete in der Kalenderwoche 4 mit den Nutzfahrzeugen Amarok und Caddy. Übernächste Woche (KW 9) folgen die Pkw, beginnend mit dem Passat. Ab der Kalenderwoche 12 sind dann die Fahrzeuge der Marke Seat an der Reihe.

Ablauf Die Fahrzeuge werden blockweise in 13 Wellen in die Werkstätten gerufen. Die Halter werden zunächst vom Hersteller angeschrieben. Dann sollten sie mit der Vertragswerkstatt einen Termin vereinbaren. Praktischerweise kann ein solcher Termin mit einem Reifenwechsel, einer Hauptuntersuchung oder einer Inspektion zusammengelegt werden.

Internet Wer mehr über die Rückrufaktion infolge der schadhaften Abgas-Technik wissen möchte, findet die wichtigsten Fragen auf folgender Webseite beantwortet:
info.volkswagen.de