2,2 Millionen Liter Gülle flossen aus dem Tank einer Biogasanlage in Redwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in den Donnerstagmorgen.
Noch immer ist Karin Mohr sichtlich aufgelöst. Am späten Mittwochnachmittag hatten sich über zwei Millionen Liter Gülle aus einem Tank ihres landwirtschaftlichen Betriebs in die Umgebung ergossen. Nur eine Dreiviertelstunde habe die Familie in der vergangenen Nacht geschlafen, sagt ihr Mann Hans-Georg am Donnerstag - und damit sind die Mohrs nicht allein: 250 Helfer waren bis in den frühen Morgen im Einsatz, um bei der Beseitigung der ausgelaufenen Gülle zu helfen.
Mittwochabend, kurz nach 17 Uhr: Der Einsatz-Piepser des Redwitzer Bürgermeisters Christian Mrosek schlägt Alarm. In der größten Biogasanlage im Landkreis, die auf Redwitzer Gebiet steht, läuft Gülle aus.
Bleiben, bis die Gefahr vorüber ist
"Ich bin da geblieben, bis klar war, dass keine Gefahr mehr für die Umwelt besteht", sagt Christian Mrosek. Seine Aufgaben vor Ort waren dabei hauptsächlich organisatorischer Natur. "Bei solchen Einsätzen gehört man als Bürgermeister zur Führungsgruppe", sagt er, "das bedeutet einfach, bei der Koordination der Helfer mitzuwirken". Daher ruft Christian Mrosek den Bauhof, koordiniert die Einsätze rund um die Kläranlagen und trägt Sorge dafür, dass der Graben, in den die Gülle fließt, dicht gemacht wird. Dieser Graben läuft linksseitig der B173, am Umspannwerk vorbei, unter der Bundesstraße und der Bahnlinie durch in Richtung Marktzeuln. "Dort würde er in die Rodach fließen", sagt der Bürgermeister, "das mussten wir unbedingt verhindern". Mit Sandsäcken und Erde konnte der Fluss der Gülle in die Rodach, die danach in den Main mündet, unterbunden werden.
Währenddessen arbeiteten die anderen Hilfskräfte direkt an der Biogasanlage und leiteten die auslaufende Gülle in Regenüberlaufbecken. Außerdem kamen rund 50 Landwirte aus der Umgebung mit ihren Gülle-Fässern, um das aufzunehmen, was nicht gestoppt werden könnte.
Große Hilfsbereitschaft
"Die große Solidarität ist überwältigend", sagt Landrat Christian Meißner. Karin Mohr dankte allen Helfern am Donnerstag noch einmal ausdrücklich dafür.
"Damit die Einsatzkräfte ungestört arbeiten konnten, war die Bundesstraße für rund zehn Stunden gesperrt", sagt Christian Meißner am Tag nach der "kleinen Katastrophe", die eine Stufe unter dem Katastrophenalarm lag.
Die Feuerwehren aus mehreren Orten waren zu Schadensbegrenzung angerückt, genauso wie das Technische Hilfswerk der Ortsverbände Bad Staffelstein, Kronach und Forchheim sowie das hauptamtliche Bayerische Rote Kreuz und verschiedene Bereitschaften.
Die Zahl ist enorm: 300 Millionen Liter Gülle fasst das Güllebecken, das nach einer Bohrung nicht wieder richtig geschlossen werden konnte. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr noch in der Nacht einen Kran zur Unglücksstelle schaffen, mit dessen Hilfe das Leck um 3.30 Uhr von innen geschlossen wurde. "Die Höhe des Schadens ist völlig nachrangig", sagt Christian Meißner. Er sei sich aber sicher: "Billig wird's nicht."
wohl ein "kleiner" Rechenfehler!?
als 2.200 cbm. Ist aber das gleiche.
Blöd ist nur, wenn der Autor vor lauter Nullen die Dimensionen der eigenen Zahlen nicht mehr überblicken kann.
Aus dem Artikel:
"300 Millionen Liter Gülle fasst das Güllebecken, das nach einer Bohrung nicht wieder richtig geschlossen werden konnte."
300 Mio Liter sind 300.000 cbm, also die Fläche eines Fußballfelds (~10.000 qm) 30 Meter hoch geflutet. Dass die Biogasanlage über derartige Dimensionen verfügt, wage ich mal zu bezweifeln!