• "Russen-Aldi": Billig-Discounter Mere plant ersten Laden in Bayern
  • Kette will Konkurrenz von Aldi, Lidl & Co. mit Kampfpreisen ausstechen
  • Im Angebot sind vor allem lange haltbare Produkte wie Konserven oder Tiefkühlwaren
  • Neuer Supermarkt soll in ehemaliges Rewe-Gebäude einziehen

Der "Russen-Aldi" Mere eröffnete 2019 die erste deutsche Filiale in Leipzig. Damals war der Andrang so groß, dass der Markt wegen Lieferengpässen bereits nach einer Woche kurzfristig schließen musste. Jetzt will die Discounter-Kette nach Bayern expandieren, genauer gesagt ins oberfränkische Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels).

Erster "Russen-Aldi" in Bayern: Mere zum Teil sogar billiger als Aldi

Der Discounter plant, in ein ehemaliges Rewe-Gebäude einzuziehen. "Wir sind sehr zufrieden, dass das Gebäude wieder genutzt wird", sagt Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) inFranken.de. "Für Altenkunstadt bedeutet es, dass wir wieder einen Leerstand weniger haben", freut er sich. "Ich denke, dass der Markt auch genutzt wird. Wir haben ja auch 10 Prozent Übersiedler hier und auch für sozial schwächere Personen, die nicht viel ausgeben können, wird es gut sein. Es soll dort ja ziemlich günstige Angebote geben."

"Jeden Tag nur Tiefstpreise" ist das Motto der Mere-Discounter. Sie gehören der TS Markt GmbH, einer Tochtergesellschaft der russischen Kette Torgservis. Der "Russen-Aldi" hat hauptsächlich lange haltbare Produkte wie Konserven oder Tiefkühlwaren im Angebot. Schnell verderbliche Artikel wie Backwaren oder Obst fehlen hingegen. Dafür sind die Angebote des Discounters eine klare Ansage für Aldi, Lidl & Co. Mit diesen Kampfpreisen wirbt beispielsweise der Supermarkt in Homburg, der 2020 eröffnet hat.

  • 500 Gramm Hackbraten für 1,07 Euro
  • 500 Gramm Rama Margarine für 49 Cent
  • 3 Liter Eistee für 59 Cent (19 Cent pro Liter)
  • 50 Einwegmasken für etwa 7 Euro (14 Cent pro Stück)
  • 20 FFP2-Masken für 13,41 Euro (67 Cent pro Stück)

Mere-Supermarkt in Altenkunstadt: Konkurrenz für Rewe und Lidl

Im Gegensatz zu bekannten Supermärkten wie Aldi, Lidl oder Rewe sind die Produkte im Mere-Discounter nicht in Regale einsortiert, sondern liegen auf hoch gestapelten Paletten.

Einziehen soll Mere in ein leerstehendes Gebäude mit etwa 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, in dem früher ein Rewe war. "Das Gebäude wurde an die Dalle und Kalle Grundbesitz GmbH verkauft. Die will es jetzt vermieten und ist deswegen auf uns zugekommen. Eigentlich wollten sie auch eine Spielothek rein machen, aber das haben wir abgelehnt. Ein Lebensmittelmarkt darf aber einziehen", sagt Bürgermeister Hümmer.

Nicht weit entfernt befinden sich bereits ein Lidl sowie ein Rewe, sodass der Ort eigentlich bereits gut mit Nahversorgern ausgestattet ist. "Es bringt aber ein bisschen Abwechslung rein. Konkurrenz belebt das Geschäft, sage ich immer", so Hümmer. Um den Markt herum gebe es auch noch weitere freie Flächen für andere Interessenten, fügt er hinzu.

Bisher gebe es bayernweit noch keinen Mere-Discounter und vorerst seien auch keine geplant, heißt es vonseiten der TS Markt GmbH. "Da müssen wir ja eine große Eröffnungsfeier planen", sagt Hümmer lachend. Dafür fehlt aber noch ein Termin. Während das Unternehmen dazu noch keine offizielle Aussage machen möchte, ist für Bürgermeister Hümmer bereits alles geklärt. "Es ist schon alles unterschrieben und meines Erachtens wollen sie da auch Gas geben. Ein paar kleine Umbauarbeiten werden sie aber noch machen müssen." Dann soll der erste "Russen-Aldi" in Bayern aufmachen.