Eigentlich nur eine Formsache: Lichtenfelser Kreisräte segnen per Beschluss die geänderte Satzung des Klinikverbundes Regiomed ab. Doch die Änderungen sind bedeutsam, sichern beziehungsweise stärken sie doch den kommunalen Einfluss auf das Krankenhaus vor Ort.

Den Klinikverbund gründeten die Landkreise Coburg, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen 2008. Die Gesellschafter sind kommunale Unternehmen, der Aufsichtsrat besteht aus Kommunalpolitikern. In der Eigendarstellung wurde betont, der Verbund übernehme Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge und sei nicht als normales Wirtschaftsunternehmen einzustufen. Keine der Klinik-GmbHs besitzt ein Krankenhaus.

Landrat Christian Meißner (CSU) nannte die Neufassung der Satzung, wie sie zur Genehmigung vorgelegt wurde, "ein hartes Stück Arbeit." Wichtig war ihm, dass darin "ein Mindestmaß an kommunaler Verantwortung" sichtbar ist, denn: "Es ist nicht nur unsere
Immobilie, es ist immer noch unser Krankenhaus." War bisher der Aufsichtsrat zuständig, wenn es um Verlagerung oder Schließung einer Fachabteilung ging, ist es jetzt die Gesellschafterversammlung mit einer Mehrheit von 75 Prozent. Der Verkauf von Geschäftsanteilen ist nicht mehr mit Mehrheitsbeschluss, sondern nur noch mit einstimmigem Beschluss der Gesellschafterversammlung möglich. Den für Kommunen zuständigen überörtlichen Prüforganen wird Einsicht in die Bücher ermöglicht. Die Mitglieder des Kreisausschusses beschlossen die Änderungen einstimmig.

Landrat Meißner deutete an, dass die geplante Landkreise-Reform in Thüringen auch für Regiomed eine Herausforderung bedeute. Nach Überlegungen der Thüringer Landesregierung soll es ab 2018 nur noch acht statt 17 Kreise dort geben. Für Hildburghausen und Sonneberg - beides Regiomed-Standorte - ist der Verbund in einem Groß-Landkreis mit Suhl angedacht. Sonneberg sagt das nicht zu; sogar ein Anschluss ans Coburger Land wird geprüft. Vor einem solchem Wechsel nach Bayern müssten allerdings hohe Hürden überwunden werden, vom Volksentscheid bis zur Zustimmung des Bundestags. Seitens der Regiomed-Zentrale will man das Thema Kreisgebietsreform noch nicht kommentierten.