Seit drei Jahren hat sich Christian Stölzel nicht mehr rasiert. Doch bald soll es seinem stattlichen Bart an den Kragen gehen - "mit viel Schaum", wie Johanna Mengesdorf verspricht. Die Rasur wird aber nicht fernab der Öffentlichkeit im heimischen Badezimmer stattfinden, sondern als Event für einen guten Zweck: die Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks.


Spendabler Pizzabäcker

Um mitzuhelfen, dass möglichst viel Geld zusammenkommt, wird Christian Stölzel, vielen auch als Pizzabäcker Alberto bekannt, seine Haarpracht im Gesicht "opfern". Johanna Mengesdorf und ihr Mann Herbert engagieren sich seit 2010 für die Aktion "Sternstunden". Auch heuer planen die zwei einen großen Spendenabend, in den die Bart-ab-Aktion integriert werden soll.


Motto:  "Seid dabei"

Unter dem Motto "Seid dabei" lädt das Ehepaar Mengesdorf am Samstag, 24. September, ab 18 Uhr in den Gasthof "Zum Hirschen" nach Ebensfeld ein. Der Erlös geht als Spende an die "Sternstunden".
Bei Aktionen wie Nagelschlagen, Maßkrugstemmen und Holzsägen ist die Gaudi für Akteure und Zuschauer garantiert. Kein geringerer als der Starmoderator der Tegernseer Theaterbühnen, Andi Kern, wird durch das Programm führen. Für gute Stimmung sorgt eine kleine Besetzung der Ebensfelder Blasmusik. Bei den einzelnen Programmpunkten gibt es tolle Preise zu gewinnen, die von heimischen Unternehmen gespendet wurden. Der Höhepunkt des Abends soll die Rasur sein. Aber nicht irgendeine, sondern eine traditionelle Nassrasur.

"Es war gar nicht so einfach jemanden zu finden, der heute noch eine Nassrasur macht", erzählt Christian Stölzel. Er habe bei mehreren Friseursalons nachfragen müssen. Schließlich habe er einen Friseur aus Hallstadt gefunden, der dem Bart des 41-Jährigen mit dem Messer zu Leibe rücken will. Rund eine halbe Stunde werde die Prozedur schon dauern.

Beim Gedanken daran, dass sein Bart schon bald der Vergangenheit angehören wird, beschleicht Christian Stölzel ein mulmiges Gefühl. Immerhin ist er seit drei Jahre ein Bestandteil seines Gesichts. Angefangen habe alles, als er 14 Tage lang krank gewesen sei und sich deshalb nicht rasieren konnte.


Tägliche Pflege wichtig

"Danach hat er mir so gut gefallen, dass ich mich dazu entschlossen habe, dass er dranbleibt", sagt Stölzel. Dabei sei so ein Bart alles andere als pflegeleicht. "Er muss täglich gekämmt werden, sonst verfilzt er." Die Damenwelt, vor allem die jüngeren Frauen, fanden seinen Bart in Ordnung. Die älteren waren da anderer Meinung. Ein halbes Jahr hat Christian Stölzel mit sich gerungen. "Eine schwere Entscheidung", sagt der 41-Jährige. Aber wenn schon Bart ab, dann wenigstens für einen guten Zweck.