Die jüngste Sitzung des Gemeinderats wird sicher in die Geschichte der Gemeinde, zumindest in die des Rathauses, eingehen. Nicht wegen der Tagesordnung, sondern weil die Sitzung zum ersten Mal nach einer aufwändigen und umfangreichen Sanierung des historischen Gebäudes wieder im Sitzungssaal stattfand.
Im Frühjahr 2009 hatte die Verwaltung das historische Rathaus verlassen und war seitdem im Ausweichquartier, in der Schule, untergebracht. Danach gehörte das Rathaus den Planern, Architekten und Handwerkern, die es von Grund auf sanierten und dabei so manche unliebsame Überraschung erlebten.
Auch wenn die Einrichtung im Sitzungssaal derzeit noch provisorisch wirkt - Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (FW) wollte die erste Sitzung am Dienstagabend als Zeichen für die Bevölkerung verstanden wissen: "Wir haben ein zu 98 Prozent wiederhergestelltes Rathaus", freute er sich.
Mittlerweile sind nur noch wenige Handwerker im Haus.
Neben Schreiner, die noch einige Leisten anbringen müssen, haben auch die Maler letzte Arbeiten zu erledigen. Am 7. September haben die Marktzeulner Bürger dann im Rahmen eines Tags der offenen Tür die Möglichkeit, sich ein Bild ihrem renovierten Rathaus zu machen. "Dazu sind auch die Planer und Architekten eingeladen", informierte Gregor Friedlein-Zech. Der Marktzeulner Musiker Thomas Schaller wird eine Band zusammenstellen, und auch für das leibliche Wohl wird an diesem Tag gesorgt sein.
Am Sonntag, 8. September, findet im Rathaus dann die offizielle Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals statt. Der Umzug der Verwaltung ist für den 25. Oktober geplant.

Felsbrocken droht abzustürzen

Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um einen Felsblock von 20 Kubikmetern und einem Gewicht von 50 Tonnen, der abzustürzen droht. "Der Felsblock kann sich jederzeit lösen", machte Diplom-Geologe Christoph Germann vom zuständigen Ingenieurbüro für Geotechnik und Umwelt deutlich. Es geht um den Kulbitzfelsen, dessen instabiler Zustand immer wieder ein Thema der Gemeinderatssitzungen ist. Dieses Mal ging es um konkrete Sicherungsmaßnahmen und ihre Kosten. Der Felsblock ist vier bis fünf Meter vom alten Schützenhaus entfernt. "Eine Sprengung des absturzgefährdeten Felsbrockens ist nicht möglich, weil sich darüber Häuser befinden ", informiert Germann. Zwar wäre ein Loslösen mit hydraulischen Keilen, wie sie auch im Bergbau Verwendung finden, möglich, aber "das Problem ist, dass niemand weiß, was sich dahinter befindet".
Eine Entfernung des Felsbrockens wäre nach Meinung des Geologen keine nachhaltige Lösung. Würde man sich dennoch dafür entscheiden, entstünden Kosten von rund 30 000 Euro plus Sicherungsmaßnahmen für das Alte Schützenhaus.
Eine nachhaltige Lösung wäre eine Verankerung bis in den gesunden Felsen. So etwas geschieht mittels sieben bis acht Meter langen Ankern, die mit hochzugsfesten Seilen verspannt und mit einem Netz überzogen werden. Geschätzte Kosten: 110 000 Euro. Bei der ersten, billigeren Variante müsste der Felsbrocken aus Platzgründen von oben und von der Seite entfernt werden. Eine Entscheidung wird der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen treffen.

Wie steht's um die Krippenplätze?

Auch die Gemeinde Marktzeuln steht vor der Frage: reichen die bestehenden Krippenplätze in Zukunft noch aus? "Im Januar 2014 werden 19 Krippenplätze benötigt", sagte der Bürgermeister. Dies wäre mit den bestehenden zwölf Krippenplätzen nicht zu bewältigen. Doch die Geburtenzahlen seien auch in Marktzeuln eher rückläufig. Es sei also ungewiss, wie es weitergehen wird.
Würden Räumlichkeiten der Schule für eine Kindergartengruppe ausgebaut, entstünden Kosten von etwa 97 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen; weitere Kosten für Sanitär- und Fliesenarbeiten, für Architektenhonorar und Einrichtungsgegenstände kämen ebenfalls hinzu. Das sei ein Projekt, für das es keinerlei Förderung gibt.
Die zweite Lösung wäre ein 60 Quadratmeter großer Anbau an den bestehenden Kindergarten, der als Turnraum genutzt werden könnte. Damit könnte der bestehende Turnraum als Krippenraum genutzt werden. Der Vorteil dieser Lösung wäre, dass die bestehende Sanitäreinrichtung integriert werden könnte. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 118 000 Euro; sie seind möglicherweise förderungsfähig.
Die dritte Möglichkeit wäre, das Problem einfach auf sich zukommen zu lassen. Dann aber könnte es keine Förderungen mehr geben, die bestehende laufe 2014 aus.