"Mobilität ist Lebensqualität", sagt Walter Mackert, Seniorenbeauftragter der Stadt Bad Staffelstein. Seit Ende der 1980er-Jahre hatte der Stadtrat immer wieder für einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof in Bad Staffelstein gekämpft - "der Schriftverkehr füllt mittlerweile Ordner", erläutert Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Bisher habe er Jahr für Jahr Abfuhren einstecken müssen und sei auf spätere Zeitpunkte vertröstet worden.

Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) freut er sich nun über den ersten Erfolg: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geben eine Planung für einen barrierefreien Zugang am Bad Staffelsteiner Bahnhof in Auftrag.


Etwa 400 000 Euro Kosten

Die Planung, mit der der "Deutsche Bahn Service" beauftragt wurde, wird vom Bund finanziert. Kostenfaktor: etwa 15 bis 20 Prozent der Baukosten. Und die schätzt Bürgermeister Kohmann auf etwa zwei Millionen Euro.
Der Startschuss für einen Umbau ist die Zusage der beiden Minister aber nicht. "Die Verkehrsstation Bad Staffelstein ist im Portfolio der Finanzierungsvereinbarung ZIP, Zukunftsinvestitionsprogramm Planungsvorrat Barrierefreiheit", so Emmi Zeulner. Heißt: Die Planung wurde zwar bewilligt, ins Ausbauprogramm schaffte es die Stadt jedoch nicht. Ein "Schock" für Walter Mackert.

Die Absage bedauert auch der Bürgermeister, da der Bahnhof in Bad Staffelstein gleich zweimal durch ein Raster fiel. "Es gab zwei Förderprogramme: Das erste richtete sich an kleine Bahnhöfe. Hier ist Bad Staffelstein mit 1500 Zustiegen am Tag zu groß. Das zweite galt größeren Bahnhöfen. Doch dafür sind die Zustiegszahlen zu niedrig", erklärt Kohmann.


Bahnhöfe an der ICE-Trasse

Die jeweils 80 Millionen Euro von Bund und Land kommen Bahnhöfen zugute, die beispielsweise vom ICE-Ausbau betroffen sind, da dort sowieso gebaut wird. In Bad Staffelstein hingegen sind solche Baumaßnahmen nicht geplant. Auch die große Anzahl an Klinik- und Kurgästen ist kein Vorteil. Denn selbst vom ICE-Ausbau betroffene Gemeinden profitieren nicht automatisch von dem Programm.

So mussten die Ebensfelder und Zapfendorfer für ihre barrierefreien Zugänge kämpfen. "Auch dort war kein Ausbau geplant, aber die Bürgermeister haben dafür geworben." So auch die Stadt Bad Staffelstein mit ihrem Bürgermeister. "Die Stadt hat sich zum Bahnhof bekannt und ihn gekauft." Bis 2018 wird die Planung fertig sein. Sollten bis dahin noch Gelder vom Ausbauprogramm übrig sein, wird sich die Stadt darum bewerben.


Planung hat große Vorteile

"Man kann uns dann nicht das Argument entgegenbringen, dass wir keine Planung haben. Außerdem haben andere Bahnhöfe Schwierigkeiten mit den Grundstücken. Wir können die Umbaumaßnahmen hingegen sofort umsetzen", erklärt Emmi Zeulner die Vorteile der Planung.

Und sollte die Stadt wieder kein Glück haben, können Bahnreisende den Bahnhof in Bad Staffelstein auch über zahlreiche Umwege barrierefrei erreichen. "Man kann auch nach Lichtenfels durchfahren, dort barrierefrei umsteigen und in Bad Staffelstein auf Gleis eins zurückkommen", kommentiert Kohmann ironisch.