Am 1. Mai sollen die ersten Bewohner in ein zukunftsweisendes Wohnprojekt einziehen, das unter dem Titel "In der Heimat wohnen" im Landkreis Lichtenfels firmiert. "Die Idee war eine besondere Wohnform des neuen Miteinanders zu entwickeln", erläutert Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) die Hintergründe.
Eine Idee, für die der Bürgermeister auch HPZ-Gesamtleiterin Maria Wiehle begeistern konnte. Die Stadt und der Caritasverband besaßen insgesamt vier Gebäude auf dem Gelände Viktor-von-Scheffel-Straße/Am Kreuzberg, die weichen mussten. An ihrer Stelle befinden sich heute moderne und barrierefreie Wohnungen, die ihren künftigen Bewohnern ein lebendiges und soziales Miteinander bis ins hohe Alter ermöglicht sollen. Die Anlage hat 15 Miet- und zwölf Eigentumswohnungen sowie eine Seniorenwohngruppe mit zwölf Plätzen.


Sechs Millionen Euro investiert

Erstellt wurde die Wohnanlage durch die Baufirma Raab aus Ebensfeld. "Zum Einsatz kamen gesunde und ökologische Baustoffe", berichtet Gisela Raab. Rund sechs Millionen Euro hat Raab in das Vorhaben investiert. "Das war auch für uns als Baufirma ein großer Schritt gewesen", erklärt sie. Der Bedarf an neuen Wohnformen scheint auch in Bad Staffelstein groß zu sein. Neun der insgesamt zwölf Eigentumswohnungen sind bereits verkauft. Eigentümer sind junge Kapitalanleger oder Senioren, die die Wohnung selbst bewohnen wollen. Auch für die Mietwohnungen haben sich schnell Mieter gefunden. Acht der 15 Mietwohnungen sind sozial gefördert, sind also für Leute mit geringem Einkommen gedacht. Wohnungen, in denen künftig auch Kinderlachen zu hören sein wird. Die Nachfrage nach den Sozialwohnungen war besonders groß, erklärt Bürgermeister Kohmann.
"Gemeinsam statt einsam", "daheim statt im Heim" und "ambulant vor stationär": Auf diesen Nenner lässt sich das Konzept der "Ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Senioren" bringen. In einer großen, ebenerdigen, barrierefreien Wohnung können zwölf an Demenz erkrankte Senioren ihren Alltag gemeinsam verbringen. Die privat geführte Wohngemeinschaft wird vom ambulanten Pflegedienst der Caritas rund um die Uhr betreut. Auch hier ist das Interesse groß. Von den zwölf angebotenen Plätzen sind sechs bereits belegt. Eine weitere Besonderheit des neuartigen Wohnmodell für Jung und Alt ist der Nachbarschaftstreff, der in einer Wohnung im Erdgeschoss (Eingang Viktor-von-Scheffel-Straße 10) untergebracht ist. "Diese Wohnung wurde von der Baufirma Raab kostenfrei zur Verfügung gestellt", informiert Bürgermeister Kohmann. Ein Ort an dem die Bewohner der Anlage als auch Nachbarn oder Interessierte zusammenkommen können, sich austauschen und Kaffee trinken können. Als Quartiermanagerin unterstützt Katja Brade die Bewohner bei Bedarf.