Forchheim In den Bussen, die die Schüler aus dem Landkreis nach Forchheim bringen, sind zum Schulbeginn einige Plätze leer geblieben. Darüber hat sich Jan-Philipp Henneberg gewundert. "Der Bus war erstaunlich leer, als ich eingestiegen bin", berichtet er von seinem Start zu Hause am Ortsrand von Heroldsbach.

Seit Dienstag besucht er die sechste Klasse des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim (EGF). Dort angekommen hofft er, dass er neben seinem gewählten Banknachbar im neuen Klassenzimmer auch fest sitzenbleiben darf - und beeilt sich deswegen zum Unterrichtsbeginn.

Forchheim: Schulbeginn mit Schutzmaßnahmen

Tags zuvor war Schultasche packen angesagt. Jan-Philipp soll jeden Tag drei Masken für den Unterricht und eine für die Pausen dabei haben, hat er mit seinen Eltern vereinbart. "Für jede Unterrichtseinheit eine", sagt er. Große Sorgen macht sich der Schüler nicht darüber, die Mund-Nasen-Bedeckung so lange tragen zu müssen. "Ich glaube, der Körper gewöhnt sich daran, eine Maske zu tragen", meint Jan-Philipp. "Nach drei oder vier Tagen ist es bestimmt nicht mehr so wie in den ersten Tagen."

"Als Mutter macht man sich eher Sorgen darüber, wie die Kinder mit der Maske umgehen. Im Supermarkt ist das Tragen ja eher eine Sache von 30 Minuten", so Carmen Henneberg. Beim Hygienekonzept des EGF habe sie jedoch keine Bedenken. Durch den ständigen Austausch als Elternbeiratsvorsitzende mit der Schule sieht sie diese gut vorbereitet. "Wir ziehen alle an einem Strang", so Henneberg.

Gespannt ist sie besonders darauf, wie die Kinder, die als neu zusammengewürfelte fünfte Klasse lediglich rund ein halbes Jahr zusammen Unterricht vor Ort hatten, "wieder zueinander finden und wie sie die Klassendynamik wieder aufbauen."

Der Schulanfang an den Gymnasien in Forchheim verlief ohne Probleme

Vor dem Eingang zur Schule begrüßen am Dienstagmorgen zwei Lehrerinnen die Schüler: Ohne Desinfektionsmittel für die Hände kommt niemand an ihnen vorbei ins Gebäude. Das soll erst einmal zur Routine werden, sagt Markus Denk. Als Hygienebeauftragter hat er über die vergangenen Wochen - soweit es die baulichen Eigenschaften der Schule zulassen - ein individuelles Konzept für das EGF ausgearbeitet. So sind beispielsweise die Pausenzeiten für Ober-, Mittel- und Unterstufen zeitlich versetzt, beim Essen und Trinken draußen muss wieder ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Er ist zufrieden mit der Disziplin der Schüler am ersten Tag. Die Maskenpflicht sei kein Problem, so die ersten Rückmeldungen, obwohl er als Lehrer einräumt, dass das lange Sprechen hinter dem Stoff schon nach wenigen Stunden sehr anstrengend sei. Denk hofft deshalb, dass durch die Einhaltung des Konzepts in zwei Wochen ein Unterricht ohne Masken möglich ist, und die schulischen Inhalte wieder mehr in den Vordergrund rücken. "Wenn zu viel Corona im Kopf ist, dann geht nichts anderes mehr rein", sagt Denk.

Auch im benachbarten Herder-Gymnasium ist Schulleiterin Ingrid Käfferlein am Ende des ersten Schultags zufrieden. "Es gab keine besonderen Vorkommnisse. Alle Schüler waren da, keiner hatte seine Maske vergessen", so ihr erster Eindruck.

Siegfried Reck, Schulleiter am Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, zeigt sich ebenfalls erleichtert. "Es lief sehr gut, muss ich uneingeschränkt sagen." Im Vorfeld hatte er die Eltern in einem Schreiben darauf hingewiesen, dem Kind eine Ersatzmaske mitzugeben. Sollte trotzdem einmal eine vergessen werden, gebe es auch Notfall-Masken für unter einem Euro am Pausenverkauf zu kaufen.

Neue Schule, neue Situation

In jedem Fall neu war die Situation für die Erstklässler. Vater Sebastian Bumm hat die Einschulung seines Sohnes Benjamin an der Grundschule Buckenhofen den Umständen entsprechend positiv wahrgenommen. "Es war vielleicht etwas holprig, weil die Großeltern nicht dabei sein konnten und auch kein Gruppenbild gemacht werden durfte", sagt er. Die Kinder hätten sich an die Vorgaben gehalten, ist sein Eindruck. Auch wenn ihnen teilweise das Verständnis für einige Regelungen fehle, warum es beispielsweise kein Gruppenbild geben könne oder sie ihre Hausschuhe nicht mitbringen dürfen.

Trotz der Vielzahl an Vorschriften ist EGF-Schulleiter Karlheinz Schoofs froh, alle Schüler wieder im Gymnasium begrüßen zu können. "Es ist wichtig, dass der Präsenzunterricht wieder stattfindet", sagt er. Schüler Jan-Philipp selbst sieht die Schutzregelungen auch von einer positiven Seite. "Dass alle jetzt wieder in den Klassen sein können, zeigt, dass wir auf dem Weg der Besserung sind", hofft er.

In einem Punkt haben der Elfjährige und seine Freunde bereits eine Alternative für den Schulalltag gefunden. Beim Fangenspielen auf dem Pausenhof klatscht man nun einfach vorerst 1,5 Meter vor den Mitspielern in die Luft, statt sie direkt zu berühren.