Der Mahlraum ist das Herz jeder Mühle. Hier befindet sich der Trichter des Mehlmischers, hier wird das Mahlen gesteuert, das Mehl abgefüllt. In der restaurierten Fuchsenmühle ist der Mahlraum noch immer die Herzkammer des Hauses. Der Mehlmischer ist noch vorhanden, doch abgefüllt wird hier heute nichts mehr. Dafür wird eingeschenkt und aufgetragen. Der Raum ist zur Gaststube geworden, der Besitzer der Mühle, Fritz Müller, zum Gastwirt.

Vor rund zehn Jahren begann der gelernte Konstrukteur damit, sein Elternhaus zu restaurieren, das in fünfter Generation in Familienbesitz ist. Er sanierte erst die Nebengebäude. Ursprünglich hatte er gar nicht vor, den ganzen Mühlenkomplex zu restaurieren. Dann aber fand er Freude am Herrichten der historischen Gemäuer. Mit Johannes Höh stand ihm ein Architekt zur Seite, der ihn fachlich beriet und im Weitermachen bestärkte.


Historisch genau rekonstruiert

Nun ist die Renovierung abgeschlossen, die Gaststätte und der Biergarten im Hof sind eröffnet (mittwochs sowie freitags bis sonntags jeweils ab 16 Uhr). Fritz Müller erzählt von den umfangreichen Arbeiten - vom Entfernen der Eternitplatten am Haus, vom Dachdecken und Erneuern der Bausubstanz nach altem Vorbild. Das Mühlrad wurde gangbar gemacht, es treibt nun einen Generator an, der täglich viereinhalb Kilowattstunden Strom erzeugt.

Zu tun gebe es immer etwas, sagt der 59-Jährige. Zwar habe er noch einige Arbeiten an den Nebengebäude zu erledigen, aber er sei schon ganz froh, dass die Renovierung fast abgeschlossen ist. Das Aus- und Umbauen hat ihm jedoch großen Spaß gemacht.

Herausragende Leistung

Eine Medaille mit dem Konterfei von König Ludwig I. erhielt Fritz Müller nun von Kultusminister Ludwig Spaenle als Dank für seine herausragende Leistung im Denkmalschutz. Die Fuchsenmühle ist eines von insgesamt 25 Objekten in Bayern, die vom Landesamt für Denkmalpflege gefördert und ausgezeichnet wurden. Landesamt und Kultusministerium würdigten damit vor allem auch, dass Fritz Müller das historische Gebäude nicht nur saniert, sondern auch einer neuen Nutzung zugeführt hat. Diese Ehrung ist rein ideeller Natur und nicht mit finanziellen Mitteln dotiert. Doch Hilfe bekam Fritz Müller bereits während der Sanierung - von der Stadt Bad Staffelstein, dem Kreis Lichtenfels, der Oberfrankenstiftung, der Bayerischen Landesstiftung, von der Dorferneuerung und vom Landesamt für Denkmalpflege. Dies mag die Wertschätzung all dieser Institutionen für das Mühlenprojekt in Horsdorf verdeutlichen.

2012 eröffnete Fritz Müller seine Gaststätte. Seither steht er an vier Abenden pro Woche hinterm Tresen und zapft Bier. Den Gastraum hat er in eine urige Dorfwirtschaft verwandelt. Tische und Stühle sind maßgeschreinert. Die teils unverputzten Wände geben den Blick aufs rustikale Sandsteinmauerwerk frei. Ein Radio aus den 1950ern mit magischem Auge verleiht dem Raum nostalgisches Flair. Hinzu kommt das gleichmäßige Klappern des Schaufelrades am rauschenden Bach - als Reminiszenz, dass das Gasthaus einst eine Mühle war.