Beim mittlerweile 19. Faschingsball der Ebensfelder Karnevalsgesellschaft (EKG) in der Pater-Lunkenbein-Halle hatten die Fans der fünften Jahreszeit - frei nach Wolfgang Petry - "wahnsinnig" viel Spaß. Dafür sorgte das bunte Programm, welches sich die Verantwortlichen um EKG-Präsident Horst Amon wieder hatte einfallen lassen.

Mange frei

Um 20.11 Uhr hieß es getreu dem diesmal gewählten EKG-Motto "Zirkus" Manege frei. Nach dem feierlichen Einzug mit Wahrsager, Elefanten und Seiltänzerin wünschte das Kinderprinzenpaar Wilma und Fabian den zahlreichen Gästen einen unterhaltsamen Abend und närrisch viel Freude mit Musik und Darbietungen.

"Agadoo doo doo", erschallte es aus den Lautsprechern, als die EKG-Kindertanzgruppe eine flotte Sohle aufs Parkett legten und für ihre gelungene Choreografie den verdienten Applaus erhielten. Der war auch Rainer Hetzel und Michaela Sonntag gewiss. Das Publikum lachte sich kringelig, als die beiden in ihrer Rolle als Michelle (Hetzel) und Matthias Reim ("Nein, er hat dich nicht verdient - nimm mich!") das Zwerchfell ordentlich strapazierten.

Sambagruppe aus Bamberg

Die Halle bebte geradezu bei den beiden Auftritten der begeisternden Sambagruppe "Bateria quem é" aus Bamberg. "Sind wir hier wirklich in Ebensfeld oder vielleicht doch an der Copacabana", mag sich so mancher Gast gefragt haben angesichts der feurigen Atmosphäre. Die Männer und Frauen um den die Samba-Crew schwungvoll, ja mitunter gar ekstatisch dirigierenden Albert Fuchs sorgten gleichsam für einen Stimmungsorkan. Fuchs verstand es sogar auf Anhieb, die lautstarken Beifallsbekundungen des Publikums spontan akustisch mit den Instrumentalklängen seiner Truppe zu mixen. "Wir leben die Sambamusik", meint Fuchs beim Gespräch am Rande lachend. Es war an diesem Abend nicht zu übersehen und vor allem nicht zu überhören.

Von Schunkeleinlagen bis Westernhagen

Auch die erstmals zum Ebensfelder Faschingsball ins Boot geholte Showband "NIC" meisterte ihre EKG-Premiere hervorragend, bot bunte Klang- und Gesangsvielfalt von Schunkeleinlagen à la "Que sera" bis hin zu Rockigem wie "Sexy" von Westernhagen. Der schnöde Alltag holt uns bald genug wieder ein, dachten sich die Närrinnen und Narren, die - beispielsweise als Clown, Zirkusdompteur oder rassige Wildkatze verkleidet - entweder gemütlich den Klängen lauschten oder ausgelassen das Tanzbein schwangen.

Dass Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) beim EKG-Faschingsball eher zur zweiten Gruppe gehört, ist kein Geheimnis. Auch er genoss die tolle Atmosphäre, ging bei den Tanzrunden mit der Showband oder auch bei den Einlagen der oben erwähnten Sambagruppe aus sich heraus. Denn wie heißt es so schön in dem einen Lied, das auch an diesem Abend erschallte und anno 2020 mehr denn je mit Inbrunst gesungen werden darf und soll: "Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben". Das Stimmungsbarometer stieg kurz nach Mitternacht noch einmal kräftig an, als das EKG-Männerballett in die Manege trat. Der Bürgermeister kam übrigens mit riesiger weißer Perücke - hatte also etwas von einem Albino-Löwen und war also thematisch nicht zu beanstanden.

Im Rahmen seines Faschingsballs, an dem dankenswerterweise wieder viele Helfer mitwirkten und jeder von ihnen seinen Anteil hatte am Gelingen des Abends, ehrte die Ebensfelder Karnevalsgesellschaft ferner zwei verdiente Mitglieder: Beate und Karlheinz Lamm wurde für ihr Engagement der Verdienstorden des Fastnachtsverbands Franken verliehen.

Umzug am Faschingsdienstag

Irgendwann hat aber alles ein Ende. Doch der EKG-Zirkus schließt freilich noch nicht endgültig seine Pforten, bietet noch eine Freiluftvorstellung mit dem Ebensfelder Faschingsumzug am Faschingsdienstag um 13.30 Uhr.