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Ebensfeld
Gemeinderat

Kommt wieder Leben in die Döringstadter "Jägersruh"?

Positives Signal an die Döringstadter: Der Planung für Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhalle wird zugestimmt.
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Neben der Errichtung einer neuen Fahrzeughalle für die örtliche Feuerwehr im hinteren Bereich des Grundstücks ist es das gemeinsame Bestreben von Gemeindeverwaltung und Döringstadtern, die ehemalige Gaststätte "Zur Jägersruh" zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Eine aktuelle Kostenschätzung dürfte dem Gemeinderat zur Septembersitzung vorliegen. Foto: Mario Deller
Neben der Errichtung einer neuen Fahrzeughalle für die örtliche Feuerwehr im hinteren Bereich des Grundstücks ist es das gemeinsame Bestreben von Gemeindeverwaltung und Döringstadtern, die ehemalige Gaststätte "Zur Jägersruh" zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Eine aktuelle Kostenschätzung dürfte dem Gemeinderat zur Septembersitzung vorliegen. Foto: Mario Deller

Vor dem Hintergrund, dass die nächste Sitzung erst wieder Ende September stattfindet, hatte das Gremium am Dienstag ein wahres "Mammutprogramm" zu bewältigen mit einigen wegweisenden Projekten. Zu diesen zählt auch das Projekt in Döringstadt, wo die ehemalige Gaststätte "Zur Jägersruh" saniert und zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut sowie direkt angrenzend auf dem selben Areal eine neue Unterstellhalle für die örtliche Feuerwehr errichtet werden soll.

Die Kommune darf diesbezüglich Fördergelder von rund einer Million Euro erwarten. Da die Maßnahme sehr aufwendig ist, wird die Marktgemeinde einen ordentlichen Eigenanteil aufbringen müssen. Frühere Verlautbarungen nannten eine Gesamtinvestitionssumme von 1,33 Millionen Euro, allerdings liegen diese schon eine ganze Weile zurück. Architekt Axel Schlosser vom Büro Schlosser & Keller hatte bereits beim jüngsten Ortstermin des Bauausschusses betont, dass hierzu noch einige Untersuchungen anstünden.

"Weiter Herr des Verfahrens"

Demnächst soll ein konkretisierter Plan auf den Weg gebracht werden, erklärte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Der Rathauschef erwartet, dass zur Septembersitzung genauere Informationen, darunter auch zum finanziellen Aspekt, verlautbart werden können. Eine erste einstimmige Grundsatzentscheidung zur Gesamtmaßnahme als positives Signal Richtung Döringstadt erfolgte seitens des Gremiums bereits in der jetzigen Sitzung. Unabhängig davon, wie die aktualisierte Kostenschätzung ausfallen wird, sei man "weiter Herr des Verfahrens", hatte der Bürgermeister vor dem Beschluss ausdrücklich betont.

Die Kinderzahlen steigen - und dem muss auch der Markt Ebensfeld Rechnung tragen. Doch mit den Räumlichkeiten könnte es bald eng werden. Die fünf derzeitigen Gruppen sind voll belegt, und für die Betreuung einer sechsten, geschweige denn siebten oder achten Gruppe stehen derzeit keine Klassenräume zur Verfügung.

Wie es in der Sitzung dazu hieß, gibt es zwar räumliche Erweiterungsmöglichkeiten an der Schule, aber auch eine Unterbringung von Kindern in der Ortsmitte in der Hauptstraße 47/49 ("Neuner-Anwesen") ist als Option im Gespräch. Es wird derzeit das Für und Wider der beiden Lösungsansätze abgewogen. Als Entscheidungshilfe entschloss sich das Gremium mit 15:4 Stimmen, eine Kostengegenüberstellung der Optionen Schule/Ortsmitte in Auftrag zu geben.

Eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung des "Neuner-Anwesens" in der Hauptstraße 49/51 verdeutlichte, dass einzelne Gebäudeteile des Areals nicht zu erhalten sind und abgerissen werden müssen.

Abriss ist unvermeidlich

Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 180 000 Euro. Ein Antrag auf staatliche Förderung im Bereich Städtebauförderung wurde gestellt, in diesem Zusammenhang ein Fördersatz von 80 Prozent der förderfähigen Kosten in Aussicht gestellt. Nach dem in der Sitzung mit 15:4 Stimmen erfolgten Beschluss zum Abriss erfolgt nun die Ausschreibung der Arbeiten. Die Vergabe an die Fachfirmen ist für September oder Oktober 2020 vorgesehen. Das Gremium befasste sich ferner mit einem Antrag der Freien Wähler, die Machbarkeitsstudie bezüglich des "Neuner-Anwesens" dahingehend zu ergänzen, dass auch eine mögliche Nutzungsvariante als Bürgerhaus geprüft wird. Der Honorar-Mehraufwand des beauftragten Planungsbüros beliefe sich nach vorliegenden Informationen auf rund 3500 Euro.

Bürgermeister Storath betonte, dass Hort und Seniorenbetreuung Pflichtaufgaben der Kommune seien, ein Bürgerhaus dagegen nicht. Bernhardt Gehringer (CSU) brachte seine Befürchtung zum Ausdruck, die Gemeinde könne an der aufwendigen Organisation eines Bürgerhauses hängen bleiben. Um zu prüfen, ob eine solche Ergänzung der Machbarkeitsstudie die Idee eines Bürgerhauses betreffend überhaupt Sinn mache, sei es, so Bürgermeister Storath, zunächst einmal sinnvoll, die eventuelle Nachfrage etwa vonseiten der örtlichen Vereine zu prüfen. Damit konnten sich die Freien Wähler anfreunden. Ihr Antrag wurde per Akklamation formal von der Tagesordnung genommen und dafür entschieden, die erwähnte Bedarfserkundung per gemeindlichem Mitteilungsblatt zu starten.

Beiträge für Kläranlage

Mit einer per Beschluss erlassenen Verbesserungsbeitragssatzung werden Maßnahmen an der Kläranlage Ebensfeld - konkret fernwirktechnische Anlage, Klärschlammpresse und Fällmittelstation - abgerechnet und somit auf die Bürger umgelegt. Die Umlage beträgt insgesamt 992 261 Euro. Aus der Summe aller Grundstücksflächen (2 271 220 Quadratmeter) und Geschossflächen (819 994 Quadratmeter) ergeben sich Beitragssätze von 0,06 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 1,03 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Die Bescheide gehen Ende August hinaus. Aufgrund der erlassenen Verbesserungsbeitragssatzung war auch die Anpassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung notwendig. Die neuen Sätze betragen 1,26 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (bisher 1,20 Euro) und 9,83 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (bisher 8,80 Euro).

Aufgrund der hohen Übertrittszahlen in den vergangenen Jahren sieht das Summenraumprogramm bereits keine Ebensfelder Mittelschule mehr vor. Eine 2019 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie sowie zahlreiche Gespräche, unter anderem mit Vertretern des Schulamtes und der Regierung von Oberfranken, hatten neben weiteren Erkenntnissen zum Ergebnis, dass eine Ebensfelder Mittelschule offenbar langfristig keine Zukunft haben wird, sich jedoch andererseits eine durchgängige Dreizügigkeit der Grundschule in Ebensfeld abzeichnet. Stephan Dörfler, Regierung von Oberfranken, hatte in einem jüngeren Gespräch betont, dass der Status "ruhende Mittelschule" in Ebensfeld beibehalten werden kann und dies auch keine Auswirkungen auf die Förderung hinsichtlich der Sanierung der Grundschule habe. Auch die Tatsache, dass nach der Generalsanierung nicht mehr genügend Räume für eine Mittelschule vorhanden wären, stellt nach Auffassung Dörflers ebenso kein Problem dar. Es soll nun zusammen mit der Regierung von Oberfranken ein verbindliches Raumprogramm für die Pater-Lunkenbein-Grundschule unter Berücksichtigung einer konstanten Dreizügigkeit erstellt werden.