Um die Bürgermeisterwahl am 4. Februar in Bad Staffelstein ging es beim Dreikönigstreffen der CSU am Freitag in der Peter-J.-Moll-Halle in erster Linie nicht. Amtsinhaber Jürgen Kohmann, der im November im Siedlerheim mit 96 Prozent der Stimmen von seiner Partei als Kandidat nominiert worden war, hat keinen Gegenkandidaten. Jürgen Hagel, CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat, stellte fest: "Wir stehen komplett einer neuen Situation gegenüber." Die CSU Bad Staffelstein müsse dennoch Geschlossenheit zeigen und Vorbild sein, so sein Appell.
"Ihr braucht die Kraft", schärfte Walter Mackert den CSU-Mitgliedern ein und verwies auf einige Fässer Starkbier, die von heimischen Brauereien zum Wahlkampfauftakt spendiert worden waren. Die "Nothelfer"-Kapelle bot die musikalische Unterstützung.


Pflegeheim und Hotel geplant

Jürgen Kohmann blickte auf seine zwölfjährige Amtszeit als Bürgermeister zurück. Gemeinsam mit der Fraktion habe man viel erreicht. Jetzt gelte es, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, spornte er seine Mitstreiter an. "Wir wollen das größte Gesundheitszentrum Nordbayerns werden", versprach der ehemalige Versicherungsdirektor. Schon heute verfüge Bad Staffelstein über 77 Gesundheitseinrichtungen. Neu dazu kämen bald ein Intensivpflegeheim und ein Hotel, das neben dem Kurhotel gebaut werden solle.
Auch als Genussregion Oberfranken wolle man das immaterielles Kulturerbe Bayerns in Bad Staffelstein stärken, unterstrich Kohmann. Es sei geplant, den Bahnhof, dessen Eigentümer die Stadt ist, als "Haus der Genüsse" einzurichten, um hier leckere Speisen und Getränke aus dem Stadtgebiet zum Kaufen und Kosten anzubieten. Die Bahn werde demnächst das Stellwerk und die technischen Anlagen aus dem Gebäude entfernen. Das sei dann eine Möglichkeit, den Bahnhof sinnvoll zu nutzen. Der künftig barrierefreie Zugang zum Bahnsteig erfülle die Anforderungen einer Kurstadt. Bei der Sanierung der Bahnhofstraße seien derzeit die Bauabschnitte vier und fünf in der Planung. In den Jahren 2019 und 2020 würden die Bauarbeiten fertiggestellt.
Im Breitbandausbau laufe das dritte Förderprogramm. Es sei geplant, alle Häuser in der Stadt mit Glasfaserkabel zu erschließen. Die Telekom werde dafür rund sechs Millionen Euro investieren. "Für die Bürger entstehen keine Kosten", versprach Kohmann. Am 30. Januar werde dazu in der Adam-Riese-Halle eine öffentliche Veranstaltung stattfinden.
Auch am Hochwasserschutz werde weitergearbeitet, gab der Bürgermeister bekannt. Nachdem für rund elf Millionen Euro der Schutz für ein so genanntes 20-jährige Hochwasser fertiggestellt wurde, sei nun der Schutz für ein 100-jähriges Hochwasser geplant. Dazu sollen in den Flussläufen kleinere Rückhaltebecken gebaut werden. Im Frühjahr werde nun auch der Lärmschutzwall an der Autobahn A 73 bepflanzt werden.
Neue Feuerwehrhäuser in Wolfsdorf und Wiesen sollen den Feuerschutz verbessern, kündigte Kohmann an. Die Stützpunktwehr Bad Staffelstein stehe mit zwei Einsätzen wöchentlich an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Dazu kämen zahlreiche Übungen und Schulungen.


Schulden deutlich abgebaut

Kohmann listete die Aufgaben der Stadt in den vergangenen Monaten auf. Er nannte die Sanierung der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aller Ortsteile, die Erschließung verschiedener Neubaugebiete, die Hochwasserfreilegung der Innenstadt, die Umgestaltung der Bahnhofstraße und den Neubau der Straße "Am Kurpark" sowie das soziale Bauprojekt "In der Heimat wohnen". Er hob das Thermalsolbad Obermain-Therme hervor, das in den vergangenen 30 Jahren mehrmals erweitert, saniert und umgebaut worden sei. Beim Rückblick auf seine bisherige Amtszeit hob Jürgen Kohmann eine Investitionssumme von über 50 Millionen Euro hervor. Gleichzeitig seien die Schulden der Stadt von 21,3 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 17,1 Millionen Euro im Jahr 2017 reduziert worden. Alle fünf Kindergärten verfügten jetzt über Kinderkrippen. In Bad Staffelstein würden 82 Krippenplätze, 315 Regel-Kindergartenplätze, 135 Hortplätze und zehn Tagesmütter angeboten. In 21 Feuerwehren seien 800 aktive Kameraden für den Dienst am Nächsten bereit. Bei der Abwasserentsorgung nehme die Stadt den Spitzenplatz in Bayern ein. Für die Trinkwasserversorgung werde jährlich eine Millionen Euro ausgegeben. Inzwischen seien wieder alle fünf Tiefbrunnen in Betrieb.