Es sind rund eineinhalb Jahre vergangen, seit Lidl seine Filiale in Bad Staffelstein geschlossen hat. Und weiterhin tut sich nichts in der leerstehenden Immobilie. Dabei sah es vor rund einem Jahr noch so aus, als wäre das Problem gelöst.

Die Sonderpostenmarkt-Kette "Action" mit Sitz in den Niederlanden hatte eine Bauvoranfrage gestellt, die im Stadtrat Bad Staffelstein erörtert wurde. Es gab keine grundsätzlichen Bedenken. Doch seitdem ist Ruhe eingekehrt: "Wir haben in der Sache nichts mehr gehört", sagt Michael Hess, Leiter des Stadtbauamtes. Dabei ist ein Problem, was damals noch im Raum stand, gelöst: Für das Areal des E-Centers gilt ein Bebauungsplan, mit Lidl war zuvor ein Lebensmittelmarkt in dem Gebäude. Eine Prüfung bei der Regierung Oberfranken hatte ergeben, dass auch eine Kette wie "Action" dort einziehen könnte. "Planungsrechtlich spricht nichts dagegen", sagt Andreas Grosch, Sprecher am Landratsamt Lichtenfels. Knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wären dort vertretbar - so groß war auch die bisherige Fläche, die Lidl belegt hatte.

"Action" wäre der zweite Markt mit einem Sortiment besonders preisgünstiger Waren in der Stadt. Im Norden existert bereits einen "Tedi"-Markt.


Stark auf Expansionskurs

"Action" ist stark auf Expansionskurs. Nachdem man bisher vor allen im Westen Deutschlands viele Filialen hatte, drängt man nun auf den süddeutschen Markt. Auf der Homepage von "Action" ist zu sehen, dass man Ende Dezember in Bamberg und Marktredwitz Geschäfte eröffnet. Die Stadt will nun noch einmal bei "Action" nachhaken, sagte Hess.

Wie kam es zu dem Leerstand? Sowohl Edeka als auch Lidl hatten zu Beginn des Jahres 2013 einen Bauantrag eingereicht - beide wollten ihre Märkte erweitern. Edeka durfte von bislang 1800 Quadratmeter um 400 Quadratmeter wachsen - entsprechend dem Platz der ehemaligen Drogerie "Ihr Platz". Sie gehörte zum Schlecker-Konzern, der insolvent ging. Auch die "Ihr Platz"-Filialen waren dadurch betroffen.

Vor allem im Innenbereich bei Edeka wurde dann umgebaut - entstanden sind eine separate Leergut-Annahme und ein größeres Bäckerei-Café im Eingangsbereich mit zahlreichen Sitzplätzen; zudem wechselte der Pächter.
Die geplante Erweiterung von Lidl - von bislang 790 auf 927 Quadratmeter - wurde im April 2013 vom Bauausschuss mit der Begründung abgelehnt, durch eine Vergrößerung der Verkaufsfläche des Discounters würden zu viele Parkplätze wegfallen. Deshalb entschloss sich Lidl zum Rückzug.