Michael Wolf blickt aus dem Fenster seines Wohnmobils. Das kann er bequem, wenn er in der Küche hantiert. Soeben zieht sein Ferrari-Kran eine Gondel hoch, schwenkt sie hinüber zur Drehscheibe des Fahrgeschäfts "Break Dance". Der Nürnberger Schausteller zieht jährlich rund ein Dutzend Mal mit seinem "Break Dance" um. Seine Geschichte steht wohl für die von vielen Schaustellern und Fahrgeschäften, es ist eine Geschichte um Auf- und Abbau, Reparaturen und Tüv.

25 Jahre ist der "Break Dance" alt. Er dreht sich im Kreis, und die Menschen in seinen Gondeln drehen sich mit und überdies noch um die eigene Achse. Wenn die Rechnung stimmt, wurde er schon an die 280 Mal aufgebaut, an die 280 Mal aber auch wieder abgebaut. Materialermüdung entstehe dadurch nicht, versichert Wolf. "Das sind stabile Teile, Eisenteile, Stahlteile, da gibt es keinen Abrieb", sagt der Geschäftsführer.


Das Installieren beginnt

Während er das sagt, steht sein Sohn Nico Schulz mit einer Fernbedienung vor dem "Break Dance". Die Zugmaschine mit dem Ferrari-Kran lässt sich so auch außerhalb des Fahrzeugs bedienen. Bevor der Kran eine Gondel anhebt, um sie auf die Plattform des "Break Dance" zu schwenken, muss Zdzisek Zdunko diese verlassen haben. Der Pole liegt bäuchlings auf ihr, weil dies im Moment die bequemste Haltung für einen bestimmten Handgriff ist. Zdunko - freier Oberkörper, braun gebrannt, Tiefenbräune sogar, gutes Deutsch, nicht frei von Akzent.

"Ein schönes Leben?", wiederholt er die an ihn gestellte Frage, um gleich darauf eine Antwort auf seine Lebensumstände und den Grund seiner Anwesenheit zu geben: "Weiß ich nicht. In Polen gibt es jedenfalls keine Arbeit." Seit 13 Jahren ist der 40-Jährige schon dabei. Das macht dann über 140 Aufbauten und ebenso viele Abbauten für ihn. Glaubt man Wolf, so würde er auch einen 50-Jährigen noch einstellen. Aber wie er das sagt, klingt so, als ob das schon bald die Altersobergrenze sei.

Schausteller sind Alleskönner

"Ein Schausteller ist ein Allround-Mann", sinniert Wolf. Probleme vor Ort müssen sofort behoben werden können. Der Umgang mit Strom, mit Werkzeug oder Schweißgeräten muss vertraut sein. Auch das Lackieren. All diese Arbeiten kommen früher oder später auf einen Schausteller zu.

Wenn nicht unter der Saison, dann doch in den Wintermonaten, wenn das Fahrgeschäft eingelagert steht und Wartungs- und Überholungsarbeiten vorgenommen werden können. Danach meldet sich auch bald der Tüv und unterzieht die Anlage genauer Betrachtung. Der deutsche Tüv sei da besonders mäkelig, meint Wolf. Jährlich. Bei manchen Betrieben stelle er sich sogar zweimal jährlich ein.

Mit sämtlicher Technik vertraut

Mit einem Bauern vergleicht Wolf sich, denn der hat zwar sein Feld, aber geht ihm eine Maschine kaputt, so ist er häufig selbst in der Lage, sie zu reparieren. 300.000 Euro habe er in den vergangenen drei Jahren in die Umrüstung seines "Break Dance" investiert. Der leuchtet jetzt mit LED, was bei seiner Betriebsleistung täglich 200 Kilowatt einspare. Ein Mitarbeiter sollte "helle im Kopf sein", ausgewiesene Qualifikationen brauche er nicht, wenn er sich bei Wolf vorstellt. Aber sauber und reinlich sollte er sein, weil Wolf ihm auch eine rollende Unterkunft stellt und seine Kost trägt. Und Interesse aufbringen sollte er auch. In den Aufbauzeiten wäre er von morgens um 10 Uhr bis abends um 20 Uhr in Beschlag genommen. Vier Mann an zwei Tagen, lautet die Faustregel für den Aufbau des "Break Dance".

Der Abbau geschieht schneller, zehn Stunden dürften reichen, weil ja nichts mehr eingestellt und justiert werden müsse, und weil es größtenteils Steckteile sind, die auseinander genommen werden müssen. Wenn ein Mitarbeiter hell im Kopf ist, kennt er jeden Handgriff, weiß bald Lichtleisten zu bauen, befasst sich mit der Elektrik, lernt den Kran zu bedienen. Eine Welt, in der die Praxis die Theorie überholt.

Manche suchen das Abenteuer

"Es sind oft gescheiterte Existenzen dabei", räumt Wolf ein, wenn er über die Mitarbeiter von Schaustellern spricht. Nicht alle, aber eben viele. Manche heuerten an, weil sie das Abenteuer suchen, die Abwechslung, das Abseitige. Ein junger Mann habe einmal mit Fünfzehneinhalb auf seiner Veranda gestanden. "Der war zu jung, und so musste er die Erlaubnis seiner Mutter holen", erinnert sich Wolf. Nach zehn Jahren Mitarbeit und Tourbetrieb ging er dann doch eigene Wege.

Er selbst wurde in den Betrieb schneller befördert, als geplant. Mit knapp 16 Jahren habe er drei Mitarbeiter unter sich gehabt. Wolf ist die dritte Generation eines Familienbetriebs. Sein Sohn stellt die vierte.


Höhepunkte des Schützen- und Volksfests

Freitag, 12. Juli:
19.30 Uhr Brauerei- und Schützenauszug zum Festplatz, Bieranstich mit Bürgermeisterin Bianca Fischer
großes Feuerwerk

Sonntag, 14. Juli:
10.30 Uhr großer Schützenauszug mit vielen Vereinen und
Kapellen zum Festplatz, offizielle Eröffnung des Schützenfestes in der Stadthalle
Dienstag, 16. Juli:
13.30 bis 18 Uhr Familientag

Donnerstag, 18. Juli:
13.30 Uhr Kinderfestzug

Freitag, 19. Juli:
Brillant-Hochfeuerwerk nach Einbruch der Dunkelheit

Sonntag, 21. Juli:
ca.18 Uhr Königsproklamation im Schützenhaus