Er war ein gefürchteter Torjäger beim FC Baiersdorf, ein geachteter Pädagoge, ein beliebter Faschingsnarr, ein talentierter Musiker und erfolgreicher Kommunalpolitiker. Die Rede ist von Edwin Jungkunz (CSU) aus dem Altenkunstadter Ortsteil Baiersdorf, der 36 Jahre lang im Gemeinderat von Altenkunstadt verdienstvoll gewirkt hat.

Am Dienstagabend wurde der kommunalpolitische Marathonläufer im Rahmen der Jahresschlusssitzung des Gemeinderates in der Grundschulturnhalle zusammen mit Jan Riedel (Freie Bürger der Ortsteile/zwölf Jahre), Walter Limmer und Norbert Schnapp (Junge Wähler Union/beide 24 Jahre) offiziell verabschiedet. Wegen der Corona-Pandemie hatte man die Verabschiedung der nicht mehr angetretenen oder wiedergewählten Gemeinderatsmitglieder von der konstituierenden Sitzung im Mai auf die Jahresschlusssitzung verschoben.

Fränkische Frohnatur

Für Edwin Jungkunz war die Arbeit als Gemeinderat keine verschenkte Zeit. "Es war eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit, in der ich zum Wohle meines Heimatdorfes und der Gemeinde Altenkunstadt wirken konnte", erklärte der Baiersdorfer im Gespräch mit dieser Zeitung. Dem verdienten Kommunalpolitiker, der 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, war es schon immer ein Herzensanliegen, seine Heimat voranzubringen. "Ich habe an der Verbesserung der Wasserversorgung, der Stärkung des Schulstandortes und dem Ausbau des schnellen Internets mitgewirkt", zählte er einige der in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführten Projekte auf. Als fränkische Frohnatur freue es ihn besonders, dass bei Ausflügen des Gremiums ins EU-Parlament nach Straßburg oder zum Kernkraftwerk Isar 1 nach Landshut auch die menschliche Seite nicht zu kurz gekommen sei.

Was hat ihn dazu bewogen, bei der diesjährigen Kommunalwahl nicht mehr anzutreten? "Ich wollte einem jüngeren CSU-Kollegen aus Baiersdorf den Vortritt lassen. Mit Christian Gampert ist mir das auch gelungen", sagte Jungkunz, der als Kreisrat der Kommunalpolitik erhalten bleibt.

"Suchet der Stadt Bestes"

Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) bescheinigte den ausgeschiedenen Gemeinderatsmitgliedern, mit ihrem Erfahrungsschatz an wichtigen Weichenstellungen für Bürger der Gemeinde prägend mitgewirkt zu haben. "Ohne Persönlichkeiten wie Sie, auf die die biblische Losung ‚Suchet der Stadt Bestes‘ des Propheten Jeremias zutrifft, wäre es um die demokratische Kultur in unserem Land schlecht bestellt", sagte der Laudator. In seinen Dankesworten schloss er ausdrücklich auch all jene ehemaligen Gemeinderatsmitglieder mit ein, die an diesem Abend verhindert waren. Mit einem Strauß Blumen bedankte er sich bei den Ehemaligen. Zudem gab er der Tochter von Martina Mätzke, Rebecca Mätzke-Zapf, die als Gemeinderätin in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten ist, einen solchen für ihre Mama mit. Diese hatte 30 Jahre in dem Gremium gewirkt.

Der Bürgermeister blickte in seiner Rede zum Jahresende auf ein Jahr zurück, in dem die Gemeinde trotz Corona-Krise zahlreiche Vorhaben auf den Weg bringen konnte. Er freute sich darüber, dass das Fundament für das Mühlrad der Neumühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts stehe. Wenn alles gut gehe, dann werde sich noch in diesem Jahr das Rad wieder drehen.

Bei der maroden Malzfabrik Maineck, die abgerissen werden soll, liefen die Boden- und Baustoffuntersuchungen, so Hümmer. Mit der Pflasterung des Außenbereichs des gemeindlichen Bauhofes sei man fast fertig geworden. "Leider machte uns heute der Schneefall einen Strich durch die Rechnung", informierte der Redner die Öffentlichkeit. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Arbeiten in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.

Beim Lehrschwimmbecken sollte nach Ansicht Hümmers im nächsten Jahr endlich ein Beschluss gefasst werden. In einer anderen Sache hingegen fasste man einen Beschluss, der einstimmig ausfiel. Er kommt der von der Corona-Pandemie arg gebeutelte Gastronomie zugute. Altenkunstadter Bürger können Gutscheine in den örtlichen Restaurants und Gaststätten kaufen. Die Gemeinde beteiligt sich mit zehn Prozent am Gutscheinwert, der auf 50 Euro begrenzt wurde. Die Aktion läuft vom 7. bis einschließlich 20. Dezember. Hümmer bedauert in seiner Jahresabschlussrede, dass man bei der Generalsanierung der Grundschule beim ersten Bauabschnitt fünf Monate hinter dem Bauzeitenplan gelegen habe.

Zugleich freute er sich darüber, dass nach langem Hin und Her nun endlich das Dach der Schule gedeckt sei. Er dankte Gemeinderat Steffen Domschke von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO), dessen Unternehmen die Arbeiten ausgeführt hatte. Zudem teilte er mit, dass die noch vor Weihnachten geplante Bauherrenausschusssitzung nicht stattfinden könne, was bei Georg Deuerling (FBO) auf Unverständnis stieß. Sitzungen ohne wichtige Beschlüsse seien in Corona-Zeiten nicht erlaubt, erwiderte Hümmer. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass im Januar das Gremium wieder tagen werde. "Es wäre sicherlich ratsam gewesen, wenn der extra für die Generalsanierung der Grundschule gegründete Bauherrenausschuss öfters getagt hätte", meinte Zweiter Bürgermeister Marco Weidner von der Jungen Wähler Union (JWU). Seiner Ansicht nach sollte der Ausschuss zukünftig öfters tagen.

Die Ehemaligen: Sebastian Fischer (Junge Bürger/14. Januar 2020 bis 15. März 2020 als Nachrücker für den erkrankten Thorsten Schmidtke), Gabriele Göring (CSU/2014 - 2020), Ulrich Leikeim (Freie Wähler Gemeinschaft/2008 bis 2014 und Januar 2017 bis 15. März 2020 als Nachrücker für Norbert Welscher), Jan Riedel (Freie Bürger der Ortsteile/2008 bis 2020), Walter Limmer (Junge Wähler Union/1996 bis 2020), Norbert Schnapp (Junge Wähler Union/1996 bis 2020), Martina Mätzke (1990 bis 2020) und Edwin Jungkunz (1984 bis 2020)