So hatte sich Christian Schedel beim Starkbierfest der CSU in Reundorf in Grantler-Bruder Christian verwandelt."Die Münchner feiern ganz oben auf dem Nockherberg, die Reundorfer ganz unten im Tal am Fuße des Staffelbergs", dichtete Schedel.
Was allerdings nicht heißen muss, dass nicht auch ein Bruder Christian die Ereignisse der großen und kleinen Politik aufs Korn nehmen kann. Und seine Fastenpredigt hatte es in sich. Die Maintalhalle war dem Ereignis entsprechend weiß-blau geschmückt. Ein Fass mit Abt-Knauer-Bock dunkel wartete darauf angestochen zu werden. Eine Aufgabe, die der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner gerne übernahm. Allerdings war ihn wenig Glück beschieden. Es dauerte einige Schläge bis das Bier in Strömen floss, und dann nicht aus dem Zapfhahn sondern seitlich davon.
"Eigentlich haben wir gedacht, dass ein Frankenwäldler ein Bierfass anstechen kann", sagte Edith Güthlein, CSU-Ortsvorsitzende.
In seiner Fastenpredigt hegte Bruder Christian so seine Zweifel daran, dass die politische Macht Bayerns wirklich in München liegt. Haben doch die CSU-ler am Obermain mit einer Europa-, einer Bundestags-, einen Landtagsabgeordneten und einem Landrat einiges mehr zu bieten. Landrat Christian Meißner baue immerhin das modernste Green Hospital Bayerns, termingerecht, ohne zusätzliche Kosten und Komplikationen. Wenn das die Berliner mitbekämen, müsste Meißner möglicherweise noch den Berliner Flughafen fertig bauen, fürchtete Bruder Christian. Dann allerdings dürfte der Flughafen nicht BER heißen, sondern MCL (Meißner Christian Lichtenfels). So ganz ungeschoren kam auch der heimische Landtagsabgeordnete Baumgärtner nicht davon. Ein "Grünschwarzer", der dazu noch aus dem tiefsten Oberfranken komme. "Grün in doppelter Funktion, als Baum und Gärtner", stellte Bruder Christian fest.
Auch Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner (CSU) kam nicht ganz ungeschoren davon. Wahrscheinlich gebe es im Landkreis Lichtenfels keinen über 70 Jahren, den sie nicht von seiner Geburtstagsfeier her kennt. Uneingeschränktes Lob erhielt Bürgermeister Hügerich (SPD). "Er ist gut, unser Bürgermeister, auch wenn er ein Roter ist." Stadtrat Frank Rubner (JB) musste sich sagen lassen, dass er beim Lichtenfelser Heringsessen etwas falsch verstanden habe. Kloster Banz gehöre zu Bad Staffelstein und nicht zu Lichtenfels. Den Staffelsteinern bescheinigte Bruder Christian, wieder einmal aufgepasst zu haben. Die Münchner wussten nichts mit Monika Hohlmeier anzufangen, deshalb hätten die schlauen Oberfranken sie geholt und als Europaabgeordnete nach Brüssel geschickt. Jetzt wohnt Hohlmeier in Bad Staffelstein.
Vor der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner liege eine große Karriere. Auch wenn Angela sage, wir schafften das. "Dich schafft sie nicht", stellte Bruder Christian fest und freute sich, dass an Zeulners Erfolg auch ein klein wenig die Reundorfer beteiligt waren.
Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten Christian Bauer am Akkordeon und Christian Hennemann auf dem Alphorn.